Eine Frau hält in der einen Hand einen Rosenkranz, in der anderen Hand die Fahne der Philippinen
Eine Frau hält in der einen Hand einen Rosenkranz, in der anderen Hand die Fahne der Philippinen

16.03.2021

Philippinische Gemeinde in Köln feiert 500 Jahre Christentum "Es war ein sehr großes Fest geplant"

An diesem Dienstag feiert die philippinische Gemeinde 500 Jahre Christentum. Das Erzbistum Köln feiert mit - mit einem Pontifikalamt im Kölner Dom. Ohne die Corona-Pandemie wären die Feiern allerdings um einiges größer ausgefallen.

DOMRADIO.DE: Wie groß ist die philippinische Gemeinde hier in Köln?

Ingbert Mühe (Internationale katholische Seelsorge im Erzbistum Köln): Wir haben hier im Erzbistum Köln insgesamt 2.400 Philippinen, die an neun verschiedenen Orten im Erzbistum, in Köln, in Bergheim, in Düsseldorf, Wuppertal und in Bonn die Heilige Messe feiern. Das sind von unseren gesamten Katholiken anderer Muttersprache etwa ein Prozent.

DOMRADIO.DE: Wie würden Sie die charakterisieren? Also was für Menschen sind das?

Mühe: Sie sind ein sehr fröhliches Volk. Die Feiern von den Philippinen sind immer sehr bunt. Sie sind immer mit sehr viel Musik. Immer wenn wir irgendwelche musikalischen Beiträge brauchen, zum Beispiel bei unserer Jugendmesse, dann ist gleich ein philippinischer Chor da. Die begleiten das Ganze wirklich mit ihrer Musik und mit ihren Tänzen. Es ist eine ganz andere fröhliche Form der Gottesdienstfeier.

DOMRADIO.DE: Würden Sie sagen, es gibt einen anderen Zugang zu Glauben und Spiritualität, als wir das aus einheimischen Gemeinden gewohnt sind in Deutschland?

Mühe: Ja, es gab ja auch eine Reise mal 2016/2017 mit dem Kardinal und Geistlichen in die Philippinen. Die haben das auch mitbekommen, dass es dort eine viel größere Beteiligung auch der Laien und der Pfarrgemeinderäte gibt - zusammen mit dem Leiter der Gemeinde, mit dem Priester. Die haben einen ganz engen Verbund miteinander. Das zeigt sich wirklich bei jeder Feier der Gottesdienste, aber vor allem bei den geselligen Feiern. Man durchlebt diese ganzen Feiern gemeinsam. Man ist immer zusammen, den ganzen Tag. Das ist wirklich sehr faszinierend, wenn die Philippinen da zusammenkommen.

DOMRADIO.DE: Eigentlich wäre jetzt auch ein großes Fest geplant, oder?

Mühe: Ja, es war ein sehr großes Fest geplant. Die Philippinen hier in Köln hatten sich das zum Ziel gemacht. Der Papst sollte ursprünglich ja wohl auf die Philippinen fahren. Dann haben die gesagt: Wir wollen hier in Köln das größte Fest außerhalb der Philippinen feiern. Dafür hatten sie alle philippinischen Gemeinden hier in Europa angeschrieben. Es war eine ganze Woche geplant. Es sollte ein Symposium stattfinden. Kardinal Tagle aus Rom hatte zugesagt.

Die spanische Botschaft, die philippinische Botschaft hatten auch alle zugesagt. Also ein riesengroßes Fest. Das mündete in dem Pontifikalamt dann heute Abend im Dom. Das kann leider alles nicht stattfinden. Es sollte auch noch danach natürlich ein großer Empfang im Maternushaus sein. Also man wollte dieses Ereignis richtig feiern, weil man darauf so stolz ist. Jetzt ist leider nur das Pontifikalamt heute Abend übrig geblieben, was wir aber doch dann sehr festlich feiern, wo die ganzen Kulturen, auch die größten Sprachen, wirklich einen Raum bekommen. Das Evangelium beispielsweise wird in den vier größten Sprachen der Philippinen vorgetragen; die Fürbitten ebenso. Und so wird wirklich auch jeder Landesteil der Philippinen hier in dieser Form gewürdigt.

DOMRADIO.DE: Dienstag um 18:30 Uhr findet der Gottesdienst im Kölner Dom statt. Da sind Sie natürlich dabei. Waren Sie selbst eigentlich schon mal auf den Philippinen?

Mühe: Nein, auf den Philippinen war ich nicht. Ich mache ja hier die muttersprachliche Betreuung und ich habe gesagt, ich brauche eigentlich fast gar nicht in die Welt zu reisen, weil wir hier 43 muttersprachliche Gemeinden haben. Das reicht von Korea über China, Philippinen bis hin nach Südamerika. Das heißt, wenn ich schon durchs Erzbistum fahre, dann reise ich eigentlich durch die ganze Welt und werde mit diesen ganzen Kulturen bekannt gemacht. Das ist eine unheimlich faszinierende Tätigkeit, die ich hier habe.

Das Interview führte Katharina Geiger.

(DR)

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