Deggendorfer Missbrauchsprozess: Ex-Priester droht Sicherungsverwahrung
Prozess um Berichterstattung über Pell-Prozess begonnen
Kardinal George Pell
Kardinal George Pell

09.11.2020

Prozess um Berichterstattung über Pell-Prozess begonnen Australische Medien vor Gericht

​In Australien hat am Montag ein Prozess gegen 30 Medienunternehmen, Journalisten und Redakteure begonnen. Ihnen wird vorgeworfen, trotz eines Verbots über den Missbrauchsprozess gegen Kardinal George Pell berichtet zu haben.

Die Anklagen richten sich laut Medienberichten gegen große australische Zeitungen wie "The Age", "Sydney Morning Herald", "Australian Financial Review", "Business Insider" wie auch gegen Mitarbeiter der Mediengruppe News Corporation des Verlegers Rupert Murdoch. Diese Medien hatten trotz des Verbots über den Schuldspruch für Kardinal Pell am 11. Dezember 2018 berichtet, nachdem die Nachricht über die Verurteilung Pells bereits in US-amerikanischen Medien verbreitet worden war.

Berichterstattung war untersagt

Gemäß einem richterlichen Beschluss war die Berichterstattung damals untersagt. Grund war, dass ein zu dem Zeitpunkt bereits erwartetes zweites Strafverfahren gegen den Kardinal nicht beeinflusst werden sollte. Der zweite Prozess wurde mangels Beweisen abgesagt und im April 2020 hob das höchste Gericht Australiens die Verurteilung Pells zu sechs Jahren Haft auf. Das Publikationsverbot galt für alle Bundesstaaten und Territorien in Australien sowie für alle in Australien zugänglichen Webseiten oder andere elektronische Medien oder Sendeformate. Internationale Medien sind jedoch nicht angeklagt. Das Verbot galt bis zur Verkündung des Strafmaßes gegen Pell im Februar 2019.

Konflikt zwischen Richter und Staatsanwältin

Der Prozessauftakt am Montag vor dem Gericht in Melbourne war bestimmt von einem Konflikt zwischen Richter John Dixon und Staatsanwältin Lisa De Ferrari. Richter Dixon warf laut australischen Medien der Staatsanwaltschaft vor, schlecht vorbereitet zu sein. Fast zwei Jahre nach Erhebung der Anklage habe er von der Staatsanwaltschaft noch immer keine Liste der Dokumente erhalten, auf die sie ihre Beweisführung stützen wolle. "Das ist unglaublich", wurde Dixon zitiert.

(KNA)

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