Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien
Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien

14.09.2020

Kardinal Schönborn seit 25 Jahren Wiener Erzbischof "Hoffnungsreserven"

Kardinal Christoph Schönborn kann an diesem Montag auf 25 Jahre als Wiener Erzbischof zurückblicken. Am 14. September 1995 trat er sein Amt in Österreichs Hauptstadtdiözese an, in das ihn Papst Johannes Paul II. berief.

Im Jahr 1998 folgte dann die Ernennung zum Kardinal. Den Vorsitz der Österreichischen Bischofskonferenz gab Schönborn, der in den vergangenen Jahren mehrere schwere Krankheiten überstehen musste, im Frühjahr nach 22 Jahren ab.

"Ich glaube, die Überraschungen Gottes werden nicht ausbleiben", sagte er der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag". Und: "Ich habe genug Hoffnungsreserven, um auf Überraschungen zu vertrauen."

Geprägt von Papst Johannes Paul II.

Am meisten habe ihn Papst Johannes Paul II. geprägt, der die "Kraft des Glaubens" in einzigartiger Weise repräsentiert habe, so Schönborn im "Sonntag". Sein Pontifikat sei nicht nur vom Zusammenbruch des Kommunismus geprägt gewesen, sondern auch von einem Aufbruch der Jugend, etwa durch die Einführung der Weltjugendtage.

Die Sozialenzyklika "Centesimus Annus" Johannes Pauls II. von 1991 sei "seine prophetischste" gewesen, sagte Schönborn. Diese Prophetie sei das große Thema, das jetzt auch das Pontifikat von Papst Franziskus präge. Leider habe die Menschheit ihre sozialen wie auch die ökologischen Verpflichtungen vernachlässigt. Schon Benedikt XVI. habe nachdrücklich auf die Umwelt als entscheidende Zukunftsfrage hingewiesen; Franziskus habe das Thema nun ins Zentrum gerückt.

Zukunft der Kirche

Mit Blick auf die Zukunft der Kirche sagte Schönborn, manche im säkularisierten Europa hielten "radikale" institutionelle Reformen für entscheidend. Das gelte etwa mit Blick auf die Frauenfrage oder die Sexuallehre. Er sehe das nüchtern, da mit dem Anteil an der Weltbevölkerung auch die Bedeutung Europas schwinde. Diese Fragen hätten freilich trotzdem ihren Platz, so Schönborn; vor allem die Frauenfrage sei drängend. "Aber in welcher Form? Ist das einzige Großthema, das ansteht, die Frage 'Frau und Amt' - oder ist es zuerst eine Frage der christlichen Kultur des Miteinander?"

Zur Frage, warum viele Menschen der Institution Kirche weniger Bedeutung beimessen, sagte Schönborn: "In vieler Hinsicht ist die Kirche heute gerade durch den Papst eine Stimme, die weltweit gehört wird." Doch in der säkularen Gesellschaft gebe es eine generelle Distanz gegenüber Institutionen sowie eine starke Individualisierung - also auch "einen massiven Auszug aus den institutionellen Kirchen".

Ebenso seien vermehrte evangelikalen Strömungen eine Anfrage an die katholische Kirche. Laut Schätzungen gebe es neben den 1,2 Milliarden Katholiken 400 Millionen in Freikirchen organisierte Christen.

(KNA)

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