Menschen auf der Straße
Menschen auf der Straße

12.11.2019

Internationale Konferenz berät Strategien gegen Überbevölkerung Die Uhr rennt

Es wird immer enger auf der Erde. Zwar sinkt die weltweite Geburtenrate. Dennoch werden bis 2100 fast elf Milliarden Menschen auf der Welt leben. In Nairobi sucht die UNO nach Strategien, um den Anstieg einzudämmen.

Es ist ein nettes Spiel: Auf der Homepage der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung kann der User sein Geburtsdatum eingeben und erfährt dann, als wievielter Erdenbürger er auf die Welt gekommen ist. Wer beispielsweise im April 1961 geboren wurde, war ungefähr der Dreimilliardste Erdenbürger. Die Animation macht zugleich deutlich, wie steil die weltweite Bevölkerungszahl angestiegen ist: Die Weltbevölkerungsuhr rennt - auch wenn die Wachstumskurve mittlerweile leicht abflacht. Jede Sekunde wächst die Zahl der Erdenbürger statistisch um 2,6 Menschen.

Derzeit leben mehr als 7,743 Milliarden Menschen auf der Erde - 83 Millionen mehr als vergangenes Jahr. In Nairobi begann am Dienstag eine dreitägige Weltbevölkerungskonferenz. 25 Jahre nach der umstrittenen Weltbevölkerungskonferenz von Kairo beraten Vertreter von mehr als 160 Ländern über Strategien, wie das Bevölkerungswachstum begrenzt werden kann - etwa durch Familienplanung, Sexualaufklärung, Bildung und mehr Rechte für Frauen.

Absage an Ein-Kind-Politik

Die erste Weltbevölkerungskonferenz überhaupt fand 1974 in Bukarest statt, in dem Jahr, als die Weltbevölkerung die 4-Milliarden-Grenze erreicht hatte. Kairo 1994 - es gab 5 Milliarden Erdenbürger - bedeutete einen Wendepunkt: Sie beschloss, dass alle Maßnahmen zur Stabilisierung der Weltbevölkerung auf dem Prinzip der Freiwilligkeit beruhen und die Menschenwürde wahren sollten - eine Absage etwa an die chinesische Ein-Kind-Politik. Jeder sollte Zugang zu Familienplanungsdiensten haben.

Der Vatikan stand mit seinem Widerstand gegen Familienplanungsprogramme und Verhütung weithin allein. Allerdings verbuchte er beim Thema Abtreibung zumindest einen Teilerfolg: Der Aktionsplan formulierte unmissverständlich, dass Abtreibung kein Mittel der Familienplanung sein dürfe. Aus Sicht der Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, Renate Bähr, hat sich das Bevölkerungswachstum in vielen Teilen der Welt in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich verlangsamt. Damit sich diese positive Entwicklung fortsetze, müssten die Anstrengungen im Bereich der Familienplanung dringend intensiviert werden, sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

"Weiterhin starken politischen Gegenwind"

Das Geld reiche derzeit nicht aus, um weltweit den Bedarf im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu decken. Nötig seien "eine bessere Gesundheitsversorgung mit einem breiten Angebot an Verhütungsmitteln, Sexualaufklärung, die bereits in der Schule beginnt, und eine Stärkung der Rechte von Frauen, damit sie auch wirklich über Schwangerschaft und Geburt entscheiden können".

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) verwies am Dienstag insbesondere auf die Bedeutung Afrikas. Dort werde sich die Zahl der Menschen bis 2050 verdoppeln, sagte er im Deutschlandfunk. Ein Grund dafür sei, dass afrikanischen Frauen der Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Betreuung fehle. Frauen müssten gleichberechtigt werden und selbst bestimmen können, wie viele Kinder sie bekämen. Bähr kritisierte einen "weiterhin starken politischen Gegenwind", der beispielsweise von katholischen Bischöfen in Afrika ausgehe oder von US-Präsident Donald Trump, "der unmittelbar nach seiner Amtseinführung allen ausländischen Organisationen die Gelder gestrichen hat, die in ihrer Arbeit auch nur über Schwangerschaftsabbrüche informieren".

Der Vatikan hat es abgelehnt, einen Vertreter zur Konferenz von Nairobi zu schicken. Die katholischen Bischöfe Kenias erklärten, sie sähen die Konferenz als "Versuch, unsere Jugend zu korrumpieren und sie zu Sklaven einer fremden Ideologie zu machen". Die Veranstalter handelten "unter dem Deckmantel der Frauenförderung", propagierten aber zugleich Verhütung und Abtreibung; das widerspreche der afrikanischen Kultur. "Von einem sinnvollen Gipfel würde man ein Programm erwarten, das Frauen und Kinder stärkt, die in extremer Armut leben", so die Kirchenführer. Arbeitsplätze, Landbesitz und Technologie, Migration, Alphabetisierung und Bildung müssten Thema sein. Gemeinsam mit Kenias Kirchenrat, evangelischen Vertretern und Ärzten kündigte die katholische Kirche eine Parallelveranstaltung zum UN-Gipfel an.

Christoph Arens
(KNA)

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