25.05.2019

Papst empfängt König der Maori aus Neuseeland Treffen zweier Monarchen

Es ist ein König ohne echte politische Macht. Dennoch nimmt der Maori-König mit seinem Wirken Einfluss auf das soziale Leben der Maori in Neuseeland. Zum ersten Mal war König Tuheitia VII. jetzt beim Papst.

Papst Franziskus hat am Samstag das Oberhaupt der Maori aus Neuseeland empfangen. König Tuheitia Potatau Te Wherowhero VII., der seit 2006 im Amt ist, war erstmals zu Besuch beim Papst. Über den Inhalt des gut 20-minütigen Gesprächs wurde bislang nichts bekannt.

Engagement des Maori-Königs

Auch wenn das Amt des Maori-Königs vor allem zeremonieller Natur ist, engagiert sich Tuheitia für soziale und politische Initiativen zugunsten der Maori in Neuseeland. So gründete er mit Behörden des Landes eine Justizkommission, um die hohe Quote von Maori unter den Strafgefangenen zu senken. Neuseeland hat zudem eine der höchsten Raten an Missbrauchsfällen, unter den Opfern sind Maori-Kinder überproportional vertreten.

Zudem intensivierte König Tuheitia die Tradition der sogenannten Poukai, jährlicher Treffen eines Stammes, bei denen es um die Situation verwitweter, trauernder und verzweifelter Menschen gehen soll. In den Versammlungen wird ihnen Trost zugesprochen und nach Hilfsmöglichkeiten angeboten.

Amt kommt aus dem 19. Jahrhundert

König Tuheitia (64) ist der älteste Sohn der früheren Königin Te Arikinui Dame Te Atairangikaahu. Sie starb 2006 nach 40-jähriger Herrschaft; ihr Sohn wurde damals als bisher siebter Monarch ausgerufen. Dieser ist genau genommen das Oberhaupt einer Reihe von Maori-Stämmen auf der Nordinsel Neuseelands. Das Amt entstand im 19. Jahrhundert, um vonseiten der Maori eine Entsprechung zum König der britischen Kolonialherren zu haben.

Die aus der polynesischen Inselwelt stammenden Maori haben etwa 800 bis 600 Jahre vor den europäischen Seefahrern Neuseeland besiedelt.

Die meisten Maori sind seit der Ankunft der Europäer um 1796 zum Christentum übergetreten und gehören mehrheitlich evangelischen Kirchen an. Ihr Anteil unter den 4,7 Millionen Neuseeländern beträgt rund 15 Prozent.

(KNA)

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