Armenischer Patriarch in Istanbul Mesrob II. gestorben
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Karekin II., Katholikos-Patriarch aller Armenier bei Papst Franziskus
Karekin II., Katholikos-Patriarch aller Armenier bei Papst Franziskus

10.03.2019

Armenischer Patriarch Mesrob II. gestorben Weg für Patriarchenwahl frei

Nach langen Jahren der Krankheit ist der Partriarch der Armenischen Apostolischen Kirche von Konstantinopel gestorben. Ein eingesetzer Stellvertreter führte zur Spaltung der Gemeinde. Erst der Tod Mesrob II. erlaubt eine reguläre Partriarchenwahl.

Der Patriarch der Armenischen Apostolischen Kirche von Konstantinopel, Mesrob II. Mutafyan, ist im Alter von 62 Jahren gestorben. Er erlag laut türkische Medienberichten am Freitag im armenischen Krankenhaus in Istanbul einem Herzinfarkt. Mesrob II. war seit 1998 der 84. Patriarch der Armenischen Apostolischen Kirche von Konstantinopel mit Sitz in Istanbul und Nachfolger von Karekin II. Kazanjian.

Aufgrund einer Alzheimer-Erkrankung war er seit 2008 aber nicht mehr fähig, sein Amt auszuüben. Eine Stellvertreterregelung hatte für Streit gesorgt. Die türkischen Behörden ernannten damals Erzbischof Aram Atesyan (65) zum Stellvertreter des erkrankten Patriarchen - ein Amt, das es so vorher nicht gab. Die Regelung entzweite die Gemeinde.

Wahlen erst nach Tod des Partriarchen möglich

Die Mehrheit war der Meinung, nur Wahlen innerhalb der Gemeinde könnten einen Stellvertreter bestimmen. Wahlen sind nach armenischem Kirchenrecht aber nicht möglich, solange der amtierende Patriarch noch am Leben ist. Der Tod Mesrobs macht nun den Weg zu einer regulären Patriarchenwahl frei.

Mesrob II. Mutafyan wurde am 16. Juni 1956 in Istanbul geboren. Er absolvierte eine US-amerikanische Highschool in Kornwestheim bei Stuttgart und studierte später Soziologie und Philosophie in den USA, in Jerusalem und Rom. 1979 wurde er in Istanbul zum Priester geweiht.

Größte christliche Minderheit in der Türkei

Die armenisch-apostolische Gemeinde in der Türkei hat nach eigenen Angaben rund 60.000 Mitglieder. Davon denen leben rund 80 Prozent in Istanbul. Vor dem Völkermord 1915-1917 gab es auf dem Gebiet der heutigen Türkei noch weit über eine Million Armenier. Dennoch ist die armenische nach wie vor die größte christliche Minderheit in dem zu 99 Prozent muslimischen Land. Auch türkische Wissenschaftler gehen zudem von Zehntausenden "Krypto-Armeniern" aus, also heimlichen Christen, die nur nach außen als Muslime leben.

(KNA)

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