Mittelamerikanische Migranten auf dem Weg in die USA
Mittelamerikanische Migranten auf dem Weg in die USA

05.11.2018

Migranten aus Mittelamerika setzen Weg Richtung USA fort Kirche will helfen

Der Flüchtlingstreck aus Mittelamerika kommt im Süden Mexikos wenig zügig, aber stetig voran. Trotz aller Warnungen aus den USA wollen die Migranten ihr Ziel nicht aufgeben. Die katholische Kirche in Mexiko müht sich um Unterstützung.

Zu Fuß, per LKW oder im Kofferraum: Die vielen tausend Migranten, die sich zu einer ursprünglich in Honduras geformten Karawane zusammengeschlossen haben, kommen im Süden Mexikos langsam aber stetig voran. Inzwischen ist der Treck im Bundesstaat Veracruz angekommen. Dort kam es nach Berichten von Menschenrechtsorganisationen in den vergangenen Jahren immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen auf meist allein reisende Flüchtlinge oder kleine Gruppen.

Am Wochenende zählten zu der Gruppe laut Schätzungen von lokalen Beobachtern inzwischen 10.000 Menschen, darunter viele Kinder, die gesundheitlich angeschlagen seien. Offenbar haben sich weitere Migranten auch aus dem Süden Mexikos der Karawane angeschlossen, deren Teilnehmer bislang vergeblich darauf hofften, dass ihnen die mexikanische Regierung Busse für den Weitertransport in Richtung Norden zur Verfügung stellt. Ursprünglich war geplant, dass die Karawane rechtzeitig zum Weltsozialforum in Mexiko-Stadt am Wochenende eintrifft.

Katholische Kirche versucht zu helfen

Die katholische Kirche in Mexiko versucht, die Flüchtlinge auf ihrer Weiterreise zu unterstützen. Das sei allerdings nicht so einfach, sagte der Generalsekretär der Mexikanischen Bischofskonferenz, Weihbischof Alfonso Gerardo Miranda Guardiola, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Mexiko-Stadt. "Es gibt keine festgelegte Route, die Gruppe entscheidet sich jeden Tag neu, welchen Weg sie nun einschlagen wird." Das mache es logistisch schwer, Hilfe zu leisten. Die Kirche versuche aber, über die Pfarreien vor Ort die Menschen zu erreichen, so Miranda.

Sie fühlen sich in der Gemeinschaft sicher, wie der 25-jährige Honduraner Selvin Maldonado in Donaji auf der Teilstrecke zwischen dem Bundesstaat Oaxaca und Veracruz erklärt. Die aus mehreren tausend Menschen bestehende Gruppe sorge schon dafür, dass es keine Übergriffe gebe. "Wir danken den Mexikanern für ihre Unterstützung entlang der Strecke."

Zugleich weist Maldonado die Vorwürfe zurück, dass sich unter den Flüchtlingen auch Kriminelle befinden würden. "Wir sind keine Mörder. Das einzige was wir wollen, sind bessere Lebensbedingungen für unsere Kinder." Inzwischen sind laut Medienberichten weitere Karawanen aus Mittelamerika in Richtung USA gestartet. Wie viele Menschen dabei sind, ist unklar.

Ihren Auftakt nahm die erste Karawane vor gut zwei Wochen in der wegen Drogen- und Bandenkriminalität berüchtigten honduranischen Stadt San Pedro Sula. Der Karawane gelang es anschließend, die Grenzen nach Guatemala und Mexiko zu überwinden und die Berglandschaft Chiapas zu durchqueren.

Endziel USA

Ob die Flüchtlinge nun tatsächlich Mexiko-Stadt erreichen, ist nicht nur wegen der fehlenden Busse unsicher. Offenbar gibt es bei den kommunalen Behörden angesichts von Wasserknappheit in der riesigen Metropole Bedenken, die Menschenmenge zu beherbergen.

Endziel der Migranten ist der Grenzübertritt in die USA. Allerdings hat US-Präsident Donald Trump erklärt, die Menschen nicht einreisen lassen zu wollen. Stattdessen ordnete er eine zusätzliche militärische Absicherung der Grenze an. Wo genau die Karawane eintreffen wird, ist derzeit überhaupt noch nicht absehbar.

Ebenso wenig die Zeit, die die Flüchtlinge für die restliche Wegstrecke - in Luftlinie etwa 1.000 Kilometer - durch bisweilen unwegsames Gelände benötigen werden. Allein der Aufstieg auf die rund 2.250 Meter hoch gelegene mexikanische Hauptstadt dürfte einige Kraftreserven in Anspruch nehmen.

Tobias Käufer
(KNA)

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