In Schutzanzügen untersuchen Polizei-Beamte nach einer Explosion nahe einer christlichen Kirche abgestellte Motorroller.
In Schutzanzügen untersuchen Polizei-Beamte nach einer Explosion nahe einer christlichen Kirche abgestellte Motorroller.

14.05.2018

Erneut Anschlag in Indonesien Mahnwache gegen Terror

Einen Tag nach den Anschlägen auf drei christliche Kirchen hat es in der Großstadt Surabaya auf der Insel Java einen weiteren Bombenanschlag gegeben – dieses Mal auf das Polizeihauptquartier. Den Angaben zufolge sind dabei vier Menschen gestorben.

Einen Tag nach einer Anschlagsserie auf Kirchen in der indonesischen Stadt Surabaya hat es erneut ein Attentat gegeben. Bei einer Explosion im Hauptquartier der Polizei kamen Medienberichten zufolge die vier die Täter ums Leben; zehn Menschen wurden verletzt, darunter mehrere Polizisten. Laut Polizeiangaben fuhren die Täter am Montagmorgen auf Motorrädern auf die Polizeistation zu und zündeten dann eine Bombe.

Erst am Sonntag waren bei einer Serie von Selbstmordanschlägen auf drei Kirchen in Surabaya mindestens 13 Menschen getötet und mehr als 40 verletzt worden. Die Attentäter sollen laut Polizeiangaben einer einzigen Familie angehören und Verbindungen zur Terrorgruppe Jamaah Anshar Daulah (JAD) gehabt haben. Die JAD versteht sich als Ableger des  "Islamischen Staates" (IS). Der IS reklamierte die Anschlagsserie für sich.

Eine Familientat?

Den Angaben zufolge soll der Vater den Anschlag auf die Kirche der pfingstkirchlichen Gemeinde verübt haben. Die Mutter habe gemeinsam mit ihren beiden neun und zwölf Jahre alten Töchtern die Bombe in der protestantischen Kirche gezündet. Der Anschlag auf die katholische Kirche sei von den 16 und 18 Jahre alten Söhnen verübt worden. Bei der Familie soll es sich um indonesische IS-Rückkehrer aus Syrien handeln.

Am Sonntagabend protestierten in Surabaya Hunderte Muslime und Christen bei einer Mahnwache gegen Gewalt und Terror. "Keine Religion lehrt Terrorismus" war laut indonesischen Medien auf Transparenten zu lesen. Kirchen und islamische Organisationen verurteilten die Anschläge. Indonesiens Präsident Joko Widodo nannte die Attentate "barbarisch". Präsident Joko Widodo bezeichnete die Anschlagsserie im indonesischen Fernsehen als einen "Akt von Feiglingen". Landesweit wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

Christen in Indonesien

Indonesien ist das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung weltweit. Mehr als 88 Prozent der rund 260 Millionen Einwohner bekennen sich zum islamischen Glauben, die meisten sind moderat.

Allerdings erlebt das Inselreich seit Jahren eine Zunahme fundamentalistischer Strömungen. Zuletzt wurde verstärkt darüber debattiert, welche Gefahr von lokalen Gruppierungen mit Verbindungen zum IS ausgehen könnte. Neun Prozent der Bevölkerung sind Christen.

(KNA, epd)

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