Silvester ohne Feuerwerk? Für viele undenkbar.
Neujahr rund um die Welt

01.01.2018

Neujahrstage rund um die Welt Wer hat wann gefeiert?

Der 1.1. ist nicht der einzige Neujahrstag auf der Welt: Juden feiern den Jahresbeginn im September - die Maori im Juni. Ein Überblick.

1. Januar: Westlicher Kulturraum

Im Römischen Reich wurde der Jahresanfang durch die Kalenderreform von Julius Cäsar 45 vor Christus vom 1. März auf den 1. Januar verlegt. Erst 1691 setzte Papst Innozenz XII. auch den "christlichen" Jahreswechsel endgültig auf den 1. Januar des gregorianischen Kalender fest. Die frühen Christen feierten zunächst entweder den Dreikönigstag (6. Januar) oder das Fest der Geburt Christi (25. Dezember) als Jahresbeginn.

Die katholische Kirche feiert am 1. Januar das Hochfest der Gottesmutter Maria. 1967 erklärte Papst Paul VI. den Neujahrstag auch zum Weltfriedenstag.

16. Februar: China

Das chinesische Neujahrsfest, Chunjie, gilt als wichtigster Feiertag in der Region. Der Termin wird nach dem traditionellen chinesischen Lunisolarkalender berechnet und fällt auf einen Neumond zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar. In der Volksrepublik China umfasst das Neujahrsfest drei gesetzliche Feiertage, traditionell sind es jedoch fünfzehn, und in der Regel werden fünf bis acht Tage freigenommen.

Der Abschluss wird am 15. Tag des neuen Jahres mit dem Laternenfest begangen. Das Neujahr wird gefeiert mit Feuerwerk, Drachen- und Löwentänzen.

15. Juni: Südpazifik

Das Neujahrsfest der neuseeländischen Maori und anderer polynesischer Völker im Südpazifik nennt sich Matariki, das den Sternhaufen Plejaden bezeichnet. Wenn sich der Aufgang der Plejaden und des benachbarten Rigels am nächtlichen Himmel im späten Mai oder frühen Juni kurz vor Sonnenaufgang ereignet, bedeutet dies in der Zeitrechnung der Maori, dass das alte Jahr endet und ein neues beginnt.

Die dann stattfindenden Neujahrsfeiern variieren in ihrem genauen Datum. Immer wieder gibt es Versuche, Matariki als offiziellen Feiertag auszurufen. Dieser sollte dann in der Regel am ersten Neumond nach dem Aufgang der Plejade sein, das ist 2018 der 15. Juni.

10. September: Judentum

Die Juden in aller Welt zelebrieren den Jahresanfang am 1. Tag des siebten Monats des jüdischen Kalenders, dem Tischri. Dieser fällt immer in den September oder in die erste Hälfte des Oktobers. Das Fest heißt auf Hebräisch Rosch Haschana, also wörtlich "Kopf des Jahres". Es leitet zehn Bußtage ein, die im Jom Kippur (Versöhnungstag), dem höchsten jüdischen Fest, gipfeln. Die Feierlichkeiten dauern im orthodoxen und konservativen Judentum zwei Tage.

Nach jüdischer Zeitrechnung beginnt 2018 das Jahr 5779 nach Erschaffung der Welt. Weil sich die Terminberechnung nach dem Rhythmus des Mondes richtet, ist es ein bewegliches Fest. Zu den wichtigsten Gebräuchen von Rosch Haschana gehören neben dem Schofar-Blasen während eines ausgedehnten Gottesdienstes reiche häusliche Mahlzeiten mit vielen süßen Speisen sowie das Eingehen privater einjähriger Gelübde.

11. September: Kopten und Äthiopien

In unserem Spätsommer feiern die Kopten, die größte christliche Gemeinschaft in Ägypten, ihr Neujahr. Das koptische Jahr beginnt mit dem Fest Nairuz, dem ersten Tag des Monats Thout. Der koptische Kalender geht auf den ägyptischen Kalender und in seinen Ursprüngen bis ins 5. Jahrtausend v. Chr. zurück. Er kann damit als das älteste noch in Gebrauch befindliche Kalendersystem der Welt gelten.

Auch für die rund 100 Millionen Äthiopier beginnt am 11. September das neue Jahr. Das ostafrikanische Land hat eine eigene Zeitrechnung. Sie beruht auf einer Variante des koptischen Kalenders, die gegenüber dem gregorianischen Kalender um etwa sieben Jahre und acht Monate zurückliegt. Demnach beginnt in Äthiopien erst das Jahr 2011. Traditionell schenken Kinder ihren Eltern einen Blumenstrauß, sie selbst bekommen neue Kleidung.

12. September: Islam

Das Jahr beginnt in der islamischen Zeitrechnung mit dem Monat Muharram, in dem Mohammed von Mekka nach Medina ausgewandert sein soll. Deswegen ist der Tag sehr wichtig für den Islam. Nach christlicher Zeitrechnung war das im Jahr 622, also beginnt 2018 das 1440. islamische Jahr. Zu Jahresbeginn feiern die Schiiten zudem ihr höchstes Fest.

In den ersten zehn Tagen des Monats Muharram begehen sie die Aschura-Riten, in denen sie mit Prozessionen, Passionsspielen und Geißelungen des Todes des Imams Husain ibn Ali in der Schlacht von Kerbela gedenken. Der islamische Kalender ist ein reiner Mondkalender und besteht aus 12 Mondmonaten zu 29 oder 30 Tagen und ist etwa 11 Tage kürzer als der gregorianischen Kalender.

Rainer Nolte
(KNA)

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