Katholischer Priester in Südkorea
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Start der Asien-Reise Ende 2017: Papst Franziskus wird von Kindern begrüßt
Start der Asien-Reise Ende 2017: Papst Franziskus wird von Kindern begrüßt

01.01.2018

Das Gebetsanliegen des Papstes für den Januar Auf den Versuch kommt es an

Der Papst betet im Januar für religiöse Minderheiten in Asien: "dass Christen und andere religiöse Minderheiten in asiatischen Ländern ihren Glauben in voller Freiheit leben können".

Am Anfang Asien. Wie schon im vergangenen November bittet Franziskus uns auch im ersten Monat 2018 um unser Gebet für diesen brodelnden Erdteil. Neulich sollten wir die Christen und ihr "Zeugnis" in Blick nehmen; jetzt weist er uns umgekehrt auf die Einschränkungen der Freiheit religiöser Minderheiten. Der Papst weiß, wovon er redet. Er hat Ende November in Myanmar und Bangladesch erlebt, wie schon der Gebrauch bestimmter Namen explosiv sein kann.

Ganz im Geist des II. Vatikanischen Konzils bittet er in einem Atemzug für «Christen und andere religiöse Minderheiten». Die Wege zum wahren Geheimnis des Lebens sind bunt und verschieden und haben doch letzten Endes ein einziges Ziel.

Es geht um Respekt

Asien ist der Mutterschoß der drei monotheistischen Religionen und der meisten andern Weltreligionen. Warum ist gerade in dieser Vielfalt Toleranz so schwer zu haben? Weil eben Religion nicht nur Privatsache ist, wie wir es uns in Europa seit langem anhören müssen.

Der Mensch ist nicht teilbar. Die innersten Überzeugungen wollen auch nach außen und Kultur und Zusammenleben prägen. Es geht um Respekt für jeden Menschen und - in kaum aufzulösender Spannung dazu - um ein zukunftsfähiges Zusammenleben der so Verschiedenen.

Kommunistische Partei über allem

Die Versuchung war immer groß, diese Verschiedenheit "von oben" einzuebnen. Alle Versuche religiöser Machtergreifung sind bisher gescheitert, jedenfalls auf lange Sicht. Auch die Unterordnung aller Religionen eines Landes unter die politischen Interessen ist keine Lösung. Irgendwann werden das wohl auch die Machthaber einsehen, die das jetzt noch versuchen.

Ein anonymer chinesischer Blogger schreibt dazu: "Ganz gleich, welche Art von Religion du lebst, es gibt nur eine Norm: Du musst den Befehlen der Partei gehorchen und die Kommunistische Partei als höchste Ordnungsmacht über alle Gemeinschaften anerkennen. Wenn du Christ bist, ist die Kommunistische Partei der Gott deines Gottes. Wenn du Buddhist bist, ist sie der Buddha deines Buddha. Für Muslime ist sie der Allah deines Allah."

Gebt dem Kaiser ...

Gehorsam gegen die politische Führung als Ersatzreligion? Das ist auch für die Politik gefährlich. Ihr fehlt dann ein Korrektiv und eine sinngebende Zielvorstellung , abgesehen vom Kult der Macht.

Religionsgemeinschaften müssen glaubwürdig zeigen, dass es ihnen nicht um die eigene Macht, sondern um ein gelungenes Miteinander aller Menschen geht. Und eben deshalb müssen sie auch staatliche Autorität anerkennen, grundsätzlich. "Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!" (Mt 22,21).

Der Papst bleibt optimistisch

Das ist die bewundernswerte Weisung unseres Meisters für das Miteinander von Staat und Religion. Warum wurde die Ärztin und Ordensfrau Ruth Pfau nach ihrem Tod im August 2017 in Karatschi im islamischen Pakistan fast wie eine Nationalheilige bestattet? Weil sie sich ohne Wenn und Aber für alle Leprakranken einsetzte, nicht für ihre mitgebrachte Religion. Oder eigentlich doch?

"In voller Freiheit", hofft Papst Franziskus, sollen "die religiösen Minderheiten" in Asien ihren Glauben leben können. Wie "voll"? Diese Freiheit hat sicher auch für ihn ihre Grenzen an den Empfindungen der Andersdenkenden. Wo ist die Grenze zwischen Glaubensmut und Rücksichtslosigkeit?

Wo gibt es schon "volle" Freiheit?

Eine Frage, die auch bei uns noch nicht ganz gelöst ist. Hätten Muslime nicht auch bei uns "in voller Freiheit" das Recht, von Minaretten zum Gebet zu rufen wie Christen mit ihren Glocken? Darf eine "Leitkultur" muslimischen Frauen ein Kopftuch verbieten, was für christliche Ordensschwestern bisher selbstverständlich akzeptiert war? Sind islamische oder religionslose Kinder in katholischen Kindergärten und Schulen Bedrohung oder Bereicherung? Darf man vor "Islamisierung" warnen, wenn es solche Räume der Begegnung gibt?

Wir können in Asien nicht erwarten, was wir in Europa nicht wenigstens versuchen.

Gerhard Dane
(KNA)

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