Sterbehilfe
Sterbehilfe

12.09.2017

Belgischer Orden ändert Standpunkt zu aktiver Sterbehilfe nicht Auf Konfrontationskurs

Drohen jetzt Sanktionen aus dem Vatikan? Der belgische Orden "Broeders van Liefde" ändert seinen Standpunkt zu aktiver Sterbehilfe bei psychisch Kranken nicht. Eine entsprechende Argumentation hat sich der Orden auch zurechtgelegt.

Berücksichtige man die Entwicklungen in der Gesellschaft, stimme die veränderte Position mit der der katholischen Kirche überein, argumentierten die Ordensvertreter. Ihre Entscheidung bestätigten sie laut belgischen Medienberichten an diesem Dienstag bei einer Pressekonferenz in Gent.

Vatikan droht Sanktionen an

Im April hatte der belgische Zweig des Ordens (Brüder der Nächstenliebe) mitgeteilt, er schließe aktive Sterbehilfe bei psychischen Leiden künftig nicht mehr aus. Die vatikanische Glaubenskongregation und der Ordensobere in Rom, Rene Stockman, hatten daraufhin von den drei Brüdern im Vorstand der Krankenhäuser in Ordensträgerschaft gefordert, sich bis Anfang September von aktiver Sterbehilfe für psychisch Kranke zu distanzieren.

Ansonsten müsse sich der Orden von dem Verein trennen, der die 15 Kliniken betreue. "Das wäre sehr schlimm, weil 15 unserer psychiatrischen Krankenhäuser ihre katholische Identität verlieren würden", sagte Stockman damals in einem Interview.

Engagiert in der Pflege psychisch Kranker

Seit der Gründung in Gent 1807 engagiert sich der Orden "Broeders van Liefde" besonders in der Pflege von psychisch Kranken. In Belgien betreuen sie 5.500 Patienten; sie sind in Flandern für ein Drittel der Betten im Bereich psychischer Erkrankungen verantwortlich. Weltweit hat der Orden weltweit 603 Mitglieder und ist in 31 Ländern aktiv.

(KNA)

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