Die Bibel auf koreanisch
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Katholische Priester in Südkorea
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Bischöfe in Südkorea
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Papst Franziskus in Korea
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11.09.2017

Erste Ausstellung über katholische Kirche Koreas im Vatikan Verfolgung und Blüte einer ungewöhnlichen Ortskirche

​In Südkorea erlebt die katholische Kirche ein Blüte - ungewöhnlich für ein Industrieland. Ihre Anfänge zeigt jetzt eine Ausstellung im Vatikan und informiert über Laienmissionare, Märtyrer und Kämpfer für Demokratie.

In kaum einem Land der industrialisierten Welt hat die katholische Kirche in den vergangenen Jahrzehnten eine solche Blüte erlebt wie in Südkorea. Während in Europa oder Nordamerika der Katholikenanteil bestenfalls stagniert, erhöhte er sich seit dem Koreakrieg von zwei auf zehn Prozent, von damals 500.000 Gläubigen auf heute 5,7 Millionen. Zudem ist die katholische Kirche insbesondere für die aktiven, modernen und intellektuellen Schichten der Gesellschaft attraktiv - wegen ihrer Botschaft von der Gleichheit aller Menschen. Jährlich lassen sich 100.000 Erwachsene taufen, vor allem in den Städten.

Ausstellung im Petersdom

Über diese ungewöhnliche Ortskirche und ihre 230-jährige Geschichte ist ab Montag erstmals im Vatikan eine Ausstellung zu sehen. Mehr als 180 Exponate - Dokumente, Kalligrafien, Porträts, Gebetbücher und Katechismen, aber auch liturgische Geräte, eine Marienstatue und ein Mini-Messkelch - illustrieren die ungewöhnliche Geschichte dieser Ortskirche. Ihre Anfänge gehen nicht auf ausländische Missionare zurück, sondern auf Laien. Reisende brachten von Besuchen in Peking christliche Schriften mit, die von Gelehrten studiert und bei ihrer Suche nach Wahrheit überprüft wurden.

Einer von ihnen ließ sich 1784 in Peking taufen und taufte wiederum bei seiner Rückkehr mehrere Landsleute. Als zehn Jahre später der erste ausländische Priester das Land betrat, fand er bereits 4.000 Gläubige vor. Die ersten hundert Jahre der Kirche in Korea waren freilich von blutigen Verfolgungen geprägt. Diese Epoche steht im Mittelpunkt der Ausstellung unter dem Titel "Wie im Himmel, so auf Erden", die die Vatikanischen Museen zusammen mit der Erzdiözese Seoul organisierten. Zu sehen ist sie im Braccio di Carlo Magno, in den Kolonnaden des Petersplatzes vor dem Petersdom.

Die Anfänge der Christen in Korea

Anfangs standen Koreas Christen in Opposition zur vorherrschenden Kultur. Sie lehnten die Verehrung der Ahnen und des Konfuzius ab, galten für die herrschende Joseon-Dynastie als "gefährliche Religion"- somit als Staatsfeinde. Mehr als 10.000 Christen ließen als Märtyrer ihr Leben. 103 von ihnen wurden im Laufe der Zeit von den Päpsten zu Heiligen und 124 zu Seligen erhoben. Die Ausstellung zeigt aus jener Epoche Gebrauchsgegenstände, etwa Tonkrüge, viele mit eingeritzten Kreuzen, die von den geflohenen Christen benutzt und vergraben wurden. Auch Schalen mit Inschriften, die teilweise einzelnen Märtyrern zugeordnet werden konnten, sind zu sehen.

Eine besondere Rolle spielt der erste einheimische Priester, der Heilige Andreas Kim Dae-geon, der 1846 in Seoul enthauptet wurde. In einer Vitrine findet sich eine Gipsdarstellung seines Kopfes. Ausgestellt ist auch der Brief der koreanischen Gläubigen, die den Papst um die Entsendung eines ersten Bischofs baten. Gregor XVI. entsprach dem im Jahre 1831: Er gründete das Apostolische Vikariat (die Vorstufe einer Diözese) von Joseon und ernannte den Franzosen Barthelemy Bruguiere zum ersten Bischof. Die Erinnerung an diese Ahnen, die Berufung auf die Märtyrer sind bis heute zentrale Elemente für die Arbeit und die Vitalität der koreanischen Kirche.

Einsatz für die Demokratie

Nach dem Koreakrieg (1950-53) haben sich Katholiken maßgeblich für Demokratie eingesetzt und an vorderster Front gegen die herrschenden Militärdiktaturen (1961-87) protestiert. An die christliche Sozialarbeit und insbesondere an jenen Einsatz erinnern in der Ausstellung Fotos und Videoeinspielungen. Die Myeongdong-Kathedrale war damals ein geistiges Zentrum im Einsatz für Demokratie und Menschenrechte. Als bei einem fünftägigen Sit-in 1987 die Polizei zu stürmen drohte, stellte sich Kardinal Stephan Kim Sou-Hwan (1922-2009) vor diese und drohte: "Erst müsst ihr über meinen Körper steigen."

Botschaft des Friedens

Die Ausstellung wird am Samstag in einer Messe mit Kims Nachfolger Kardinal Andrew Yeom Soo-jung im Petersdom eröffnet. Ab Montag ist sie zu besichtigen. Die Ausstellung wolle aber nicht nur die Geschichte der Kirche in Korea bekannter machen, erklärte ein Sprecher des Erzbistums Seoul. Sie soll zugleich eine Botschaft des Friedens und der Versöhnung sein, "vor allem in diesem Moment der Spannungen mit den Brüdern im Norden". Dort sind kirchliche Strukturen seit dem Koreakrieg verschwunden, jede Religionsausübung wird verfolgt. Einer neuerdings in Erscheinung getretenen staatsnahen Vereinigung nordkoreanischer Katholiken sollen zwischen 900 und 3.000 Gläubige angehören. Sie wurden noch vor 1950 getauft. - Die Ausstellung ist bis zum 17. November geöffnet.

Johannes Schidelko
(KNA)

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