Pierbattista Pizzaballa
Pierbattista Pizzaballa

28.12.2016

Jerusalemer Patriarchatsverwalter zieht Bilanz für 2016 "Keine Zeit der großen Gesten"

Der Nahe Osten blickt nach den Worten des Verwalters des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, auf ein schwieriges Jahr zurück. Und die Aussichten für 2017 stimmten ihn nicht gerade optimistisch.

KNA: Ihre Bilanz für 2016 fällt sehr bescheiden aus...

Erzbischof Pierbattista Pizzaballa (Verwalters des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem): Dieses Jahr war ein sehr schwieriges Jahr mit vielen Problemen für die Christen im Nahen Osten, in Syrien, im Irak, in Kairo. Wir haben Tausende von christlichen Flüchtlingen in der ganzen Region, auch in Jordanien. Wir stehen vor dem Phänomen eines wachsenden Fundamentalismus, insbesondere in Jordanien, aber auch hier in Israel und Palästina. So müssen wir etwa Vandalismusakte und Übergriffe auf unsere Kirchen und Friedhöfe beklagen. Ich hoffe, dass 2017 in dieser Hinsicht etwas langweiliger wird. Wir müssen mit allen politischen und religiösen Autoritäten zusammenarbeiten, um diese Radikalisierung zu verhindern.

KNA: Gibt es wenigstens im Heiligen Land Fortschritte?

Pizzaballa: Wir sind müde von den Slogans. Jeder spricht von Frieden, Friedensinitiativen, Friedensprozess. Das alles verkommt zu bloßen Slogans, weil es in der Realität keine Ergebnisse gibt. Auf politischer Ebene tut sich nichts. Die ökonomische Situation besonders für die Palästinenser ist sehr schwierig, die Arbeitslosenquote problematisch hoch. Wir sehen wachsende Frustration vor allem bei der Jugend und viele Probleme, die wir nicht lösen können. Aber es ist sehr wichtig, dass religiöse Führer und Institutionen daran arbeiten, dass diese Frustration nicht zu Fundamentalismus wird. Wir engagieren uns deshalb unter anderem in der Bildungsarbeit.

KNA: Wie sieht Ihr Ausblick für das nächste Jahr aus?

Pizzaballa: 2017 stehen wir von denselben Herausforderungen, leider: Radikalismus, das Fehlen einer politischen Perspektive, das Fehlen von Verhandlungen. All das führt zu einem Kontext der Frustration, weil außer den Slogans und politischen Initiativen nichts konkret passiert. Wir müssen den Menschen sagen, dass wir trotz allem stark sein und hoffen müssen. Wir dürfen nicht nur über das Ungetane klagen, sondern müssen im kleinen Rahmen sehen, was möglich ist. Es ist nicht die Zeit großer Gesten, sondern kleiner Gesten in den Schulen und Pfarreien, in den Stadtverwaltungen und so weiter - damit die Menschen sehen, dass es trotz allem möglich ist, etwas zu tun.

Das Interview führte Andrea Krogmann.

(KNA)

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