Ein Baby hält den Finger der Mutter fest
Ein Baby hält den Finger der Mutter fest

24.12.2019

Als frisch gebackene Mutter die Geburt Jesu feiern "Leben entsteht nur, wo wir der Kraft Raum lassen"

Weihnachten ist das Fest der Geburt Jesu. Wie feiert eine Frau, die selbst vor kurzem erst ein Kind zur Welt gebracht hat? Darüber erzählt die diesjährige Trägerin des Ökumenischen Predigtpreises und junge Mutter Regina Laudage-Kleeberg.

DOMRADIO.DE: Sie sind Anfang Dezember zum zweiten Mal Mutter geworden. Herzlichen Glückwunsch erst einmal. Wie heißt das Kind denn?

Regina Laudage-Kleeberg (Leiterin der Abteilung Kinder- und Jugendpastoral im Bischöflichen Generalvikariat Essen und Trägerin des Ökumenischen Predigtpreises 2019): Das Kind heißt Elias.

DOMRADIO.DE: Elias – ein schöner biblischer Name. Apropos Bibel. In der Weihnachtsgeschichte im Lukas-Evangelium heißt es: "Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war." Hören Sie diese Verse nach der Geburt noch einmal mit anderen Ohren?

Laudage-Kleeberg: Absolut. Das ist ja ein sehr intensiver Übergang, den man in einer Geburt erlebt. Und ich glaube, dass das ganz pointiert zusammengeführt ist bei Lukas.

DOMRADIO:DE: Was rührt Sie als Mutter eines noch so kleinen und schutzbedürftigen Wesens an dieser Geburt im Stall von Bethlehem?

Laudage-Kleeberg: Frauen, die schon einmal geboren haben, wissen: Geburt ist etwas, wo Sie sich unglaublich hingeben müssen. Sie haben ja gar keine andere Wahl, als sich hinzugeben. Sich hinzugeben heißt auch, dass das Kind in der Regel auf eine ganz gute und natürliche Weise aus Ihnen herauskommen kann. Das heißt, Sie erleben einerseits eine unglaubliche Kraft, die sich über Sie erstreckt und Ihren Körper einfach einnimmt; und andererseits erleben Sie, dass nur dadurch, dass Sie dieser Kraft ihren Raum lassen, Leben entstehen kann. Das ist doch etwas zutiefst Göttliches, finde ich. 

DOMRADIO.DE: Anders als das sicher bei Ihnen war und zum Glück bei den allermeisten Frauen hier, muss Maria ihren Sohn in einem ärmlichen Stall zur Welt bringen. Macht das auch noch einmal etwas mit Ihnen?

Laudage-Kleeberg: Ich stelle mir ja so einen Stall trotzdem schön warm vor und bin mir sicher, dass Josef gut für Maria gesorgt hat. Er hat sich sicher darum gekümmert, dass sie alles bekommt, was sie braucht. Dann ist der Mann, den sie ja zu heiraten gewillt ist, um sie und sie erlebt diese Kraft. Ich glaube, dann kommt eine jede Frau in eine ganz intensive, innige Verbindung mit dem Menschen, der da auf die Welt kommt, ob das jetzt ein Gott ist oder ein Mensch. Deswegen kann ich mir vorstellen, dass das auch in einem Stall eine ganz intensive, positive Situation werden kann.

DOMRADIO.DE: Erst im November sind Sie mit dem Ökumenischen Predigtpreis ausgezeichnet worden und haben in dem Zusammenhang gesagt, dass Sie in Ihren Predigten oft Persönliches erzählen. Wenn Sie Elias‘ Geburt in einer Predigt thematisieren würden, was wäre der Kern Ihrer Predigt?

Laudage-Kleeberg: Ich glaube, das wäre die Weihnachtspredigt. Ich würde dann sagen, dass wir Geburt nur denken und verstehen können, wenn es darum geht, dass wir uns hingeben und dass wir Kraft zulassen. Das heißt, wenn Gott in die Welt kommt, bedeutet das wie bei einer Geburt: Nur wenn wir ihm Raum geben, und zwar intensiv Raum geben, was auch sehr schmerzhaft sein kann, und wenn wir gleichzeitig zutiefst vertrauen, dass er eine unglaubliche Kraftquelle für unser Leben ist, wird das Leben gut.

DOMRADIO:DE: Wie werden Sie nun Weihnachten feiern – das Fest der Geburt Jesu, so kurz nach der Geburt Ihres zweiten Sohnes?

Laudage-Kleeberg: Ich denke, wir werden sehr viel essen, das tun wir sowieso gern. Und das muss man im Wochenbett ja auch. Ich werde ganz gut von meinem Mann gepflegt und wir haben noch einen etwas älteren kleinen Sohn, der erfreut sich auch an dem Baby. Wir wissen noch nicht ganz genau, ob wir heute Abend noch zur Kirche gehen. Das kommt ein bisschen auf die Situation an, ob wir das alles zusammen schaffen. Aber wir werden auf jeden Fall beten und singen, weil singen hier auch ganz große Freude verursacht.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

(DR)

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