Kardinal Giovanni Angelo Becciu (Archiv)
Kardinal Giovanni Angelo Becciu (Archiv)

25.09.2020

Kardinal Becciu verteidigt sich und stellt sich hinter den Papst "Bereit, mein Leben für ihn zu geben"

Angelo Kardinal Becciu beteuert seine Unschuld: Bis zum Gespräch mit Franziskus habe er sich für einen Freund des Papstes gehalten. Das Geld, das er unterschlagen haben soll, sei noch da. Rückendeckung kommt von einem Mitbruder.

Der von Papst Franziskus seines Amtes entbundene Kardinal Giovanni Angelo Becciu hat sich gegen Unterschlagungsvorwürfe verteidigt. Bei einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag sagte der 72-Jährige, die ganze Angelegenheit sei "surreal". Bis zu dem Treffen am Donnerstagmorgen habe er sich für einen "Freund des Papstes" gehalten. "Dann sagte er, dass er mir nicht mehr vertraut." Der Grund seien finanzielle Unregelmäßigkeiten.

Becciu wies sämtliche Vorwürfe zurück: "Ich würde den Papst niemals betrügen und bin bereit, mein Leben für ihn zu geben." Er sei bei dem Gespräch mit dem Kirchenoberhaupt bleich im Gesicht geworden. "Sicher war das kein guter Moment", räumte der Italiener ein.

Franziskus hatte den Kardinal am Donnerstag vom Amt als Präfekt der Heiligsprechungskongregation entbunden. Zugleich nahm er den Verzicht Beccius auf alle Rechte seiner Kardinalswürde an. Das teilte der Vatikan ohne Angabe von Gründen mit; am Freitag war er zu keiner weiteren Stellungnahme bereit.

Kardinal Becciu: "Das Geld ist noch da"

Becciu war vom Papst 2018 an die Spitze der Heiligsprechungskongregation berufen und zum Kardinal ernannt worden. Zuvor war er sieben Jahre Substitut des Staatssekretariats und somit für zentrale personelle und finanzielle Angelegenheiten in der Kirchenleitung zuständig. In seine Zeit als Substitut fällt eine unglücklich verlaufene Investition einer dreistelligen Millionensumme in eine Immobilie in London. Zudem erschienen zuletzt Medienberichte, wonach Becciu seine Position im Staatssekretariat genutzt habe, um eigene Familienangehörige bei fragwürdigen Sozialprojekten finanziell zu unterstützen.

Der Beschuldigte versicherte indes, nichts falsch gemacht zu haben. Das Immobilieninvestment habe er für eine "gute Gelegenheit" gehalten. Ebenso verteidigte er ein von ihm finanziertes Caritas-Projekt in seiner Heimat Sardinien, an dem auch sein Bruder beteiligt gewesen sein soll. "Das Geld ist noch da; ich weiß nicht, warum man mir Unterschlagung vorwirft", so der Kardinal. Die 100.000 Euro, die er der Caritas überwiesen habe, seien für ein Hilfsprojekt zugunsten Arbeitsloser bestimmt gewesen.

Der Bischof von Ozieri in Sardinien, Corrado Melis, bestätigte am Freitag weitgehend Beccius Darstellung. In einer Stellungnahme gab er an, dass "nie auch nur ein einziger Cent" der erhaltenen Mittel zweckentfremdet worden sei.

(KNA)

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