Papst Franziskus lässt einen Fußball auf seinem Finger rotieren (2. Januar 2019)
Papst Franziskus lässt einen Fußball auf seinem Finger rotieren (2. Januar 2019)

24.05.2019

Papst kritisiert überzogene Gehaltsverhandlungen im Fußball Geld an erster Stelle?

Bei einer Audienz mit Fußballern äußerte Papst Franziskus Kritik an der Rolle des Geldes im Profifußball. Der Papst selbst sei ein Fan dieses Mannschaftssports, es dürfe aber nicht darum gehen, "krampfhaft Meister zu werden".

Papst Franziskus hat Milliardendeals im Profifußball kritisiert. "An die Fußballmanager: Ich bitte euch, dass die Schönheit des Fußballs nicht in finanziellen Verhandlungen endet", sagte er am Freitag im Vatikan unter Applaus. Auch Profispieler, Trainer und die Eltern junger Fußballtalente nahm der Papst in die Pflicht. Oftmals werde dem Sport auch im Jugendbereich die Freude am Spiel genommen: "So kann man einige Eltern beobachten, die zu Ultras werden oder sich in Manager oder Trainer verwandeln", so der Papst.

Fußballer als Vorbilder

Der Spaß am Sport dürfe nicht verloren gehen, nur "um krampfhaft Meister zu werden". Das Kirchenoberhaupt wurde zu Beginn der Audienz für rund 6.000 junge italienische Fußballer per La-Ola-Welle begrüßt.

Gerade Profis mahnte Franziskus zu einem vorbildlichen Lebensstil und Solidarität mit den Schwächsten: "So ermutigt ihr die Jugend, groß im Innersten zu werden und vielleicht auch Champions im Leben."

Bewunderung für den Teamgeist

Franziskus bekannte sich selbst als Fan des Sports: "Viele definieren Fußball als schönste Sportart der Welt. Das denke ich persönlich auch." Den Mannschaftssport würdigte er als Beispiel für Teamgeist.

"Liebe Freunde, Fußball ist ein Mannschaftssport, alleine macht er keinen Spaß. Wenn Fußball so gelebt wird, ist er gut für das Herz und den Kopf." Dies sei besonders wichtig in einer Gesellschaft, "in der Einseitigkeit immer wichtiger wird, die Fixierung auf das eigene ich fast zum absoluten Prinzip."

Niederlage als Chance

Der Papst rief dazu auf, junge Spieler in schwierigen Momenten, etwa bei Niederlagen oder Auszeiten auf der Bank, zu ermutigen. Es gehe darum, dies als Gelegenheit zu Verbesserung zu sehen und als Chance für andere. Große Fußballstars mahnte der Papst, ihre eigene Herkunft nicht zu vergessen.

Die Papstaudienz war von der italienischen Sportzeitung "Gazzetta dello Sport", dem Ministerium für Unterricht, Universitäten und Forschung sowie dem Fußball-Dachverband "Federazione Italiana Giuoco Calcio" organisiert worden. Die Begegnung stand unter dem Motto "Der Fußball, den wir lieben".

(KNA)

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