Leonardo da Vincis "Salvator Mundi"
Leonardo da Vincis "Salvator Mundi"

23.03.2019

Vatikan-Sonderschau zu Leonardo Da Vinci Das Genie für lau

Der Vatikan macht im Leonardo-Jahr Kunstfreunden ein Geschenk: Leonardo da Vincis "Heiliger Hieronymus" ist seit Freitag für drei Monate in einer Sonderschau am Petersplatz zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Wer Leonardo da Vincis Werk "Der Heilige Hieronymus" sieht, kann sich wohl kaum vorstellen, dass der Kopf des Heiligen einmal einem römischen Schuster als Schemel gedient haben soll. Das wahrscheinlich zwischen 1482 und 1490 entstandene Öl-Gemälde ist unvollendet und dennoch ausdrucksstark; beeindruckt durch anatomische Genauigkeit, wie sie typisch für den Meister ist.

Das ist wohl auch der Grund, weshalb es eines der wenigen Kunstwerke des italienischen Renaissance-Genies ist, dessen Zuschreibung nicht umstritten ist. Erstmals erwähnt wird das Bild Anfang des 19. Jahrhunderts im Testament der Schweizer Malerin Angelika Kauffmann. Sie ist bereits sicher, dass es ein echter Leonardo ist. Und den zeigen die Vatikanischen Museen nun stolz in einer Sonderschau. Anlass ist das 500. Todesjahr Leonardo Da Vincis (1452-1519).

Hintergründe zu Leonardo da Vinci

Museumsdirektorin Barbara Jatta betonte bei der Vorstellung am Donnerstag, die Ölskizze sei das einzige Werk Leonardos in Rom. Zu sehen ist es von Freitag an in der Ausstellung "Leonardo. Il San Girolamo dei Musei Vaticani" am Petersplatz. Leonardo zeigt den Kirchenlehrer und Bibelübersetzer Hieronymus (347-419) als Eremiten in der Wüste.

Das Juwel offenbart sich dem Besucher jedoch nicht gleich: Im Ausstellungsraum des Braccio di Carlo Magno, dem linken Flügel des Petersplatzes, informieren zunächst Wandtafeln über das Wirken des Künstlers in Rom und dem Vatikan sowie die Geschichte des Bildes. Zusätzliche Hintergründe, etwa zur Restaurierung in den Vatikanischen Museen, gibt es per Video - leider nur auf Italienisch, aber immerhin sind die Wandtafeln auch auf Englisch übersetzt.

"Klein aber bedeutsam"

Die Ausstellung, die sich laut Jatta besonders an Pilger richtet, informiert auch über den heiligen Hieronymus. Dessen theologische Würdigung stammt aus einer Ansprache des emeritierten Papstes Benedikt XVI. (2005-2013) und steht auf einer Tafel im Zentrum des länglichen Ausstellungsraums. Diese versperrt zunächst den Blick auf Leonardos "Hieronymus" und übernimmt quasi die Funktion eines Vorhangs im Theater: Die Schau gibt den Blick auf das zentrale Werk erst nach angemessener Vorbereitung frei. Es gehe "nicht nur um Kunstgeschichte, sondern auch um eine Botschaft des Glaubens", betont Museumsdirektorin Jatta.

Die Schau bezeichnet sie als "klein aber bedeutsam". In der Tat bekommen Besucher neben der Leonardo-Skizze nur ein weiteres Original zu sehen: ein historisches Dokument des Vatikan aus dem Jahr 1513, welches einen Aufenthalt Leonardos im Bereich des Belvedere bestätigt, dem historischen Kern der heutigen Vatikanischen Museen.

Große Reise nach Sonderschau

Die Konzentration ist dem Ausstellungsraum angemessen und bietet den Vorteil, dass die Aufmerksamkeit des Betrachters nicht durch andere Werke abgelenkt wird. Wahrscheinlich wird der Andrang auch kleiner als in den stets überfüllten Vatikanischen Museen, wo der Leonardo sonst hängt. Zur Eröffnung wollte Jatta noch keine Prognosen über den erwarteten Zulauf abgeben. Es lohnt sicher, das Gemälde in Ruhe zu betrachten und sich vertieft zu informieren. Zu entdecken gibt es etwa die Legende über den Fund des zweigeteilten Werks durch einen Onkel Napoleons, Kardinal Joseph Fesch. Dieser soll den unteren Teil in einem römischen Antiquitätenladen aufgetrieben haben, den oberen bei einem Schuster. Sicher ist, dass das Tafelbild in fünf Teile zerlegt wurde. Nach dem Tod des Kardinals wechselte es mehrfach den Besitzer; unter Papst Pius IX. (1846-1878) kam es in den Vatikan.

Das einzige Werk da Vincis im Besitz der Vatikanischen Museen geht nach der Sonderschau auf große Reise: Von Juli bis Oktober soll es ans Metropolitan Museum in New York verliehen werden; im Anschluss bis Februar 2020 an den Louvre in Paris, zu dessen großer Leonardo-Ausstellung.

Der Leonardo wandert laut Jatta übrigens ganz ohne einen Tausch-Deal mit dem Louvre nach Paris. Sie sagte, es gelte im Sinn von Papst Franziskus großzügig zu sein. Möglicherweise wollten die Museen aber beim "Heiligen Hieronymus" auch einen wenig heiligen Streit vermeiden, wie es ihn etwa zwischen den Uffizien in Florenz und dem Louvre im Zusammenhang mit Leonardo-Leihgaben und Gegenleihen gab.

Stefanie Stahlhofen
(KNA)

Adventskalender

Messenger-Gemeinde

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 06.12.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • Neuer Domkapitular in Münster Antonius Hamers stellt sich vor
  • Weihnachtsmann und Nikolaus: Brauchtumsexperte Prof. Dr. Manfred Becker-Huberti erklärt den Unterschied
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Der dreifache Nikolaus
  • Romantische Weihnachtsmärkte: Weihnachtsmarkt Altstadt Soest
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Der dreifache Nikolaus
  • Romantische Weihnachtsmärkte: Weihnachtsmarkt Altstadt Soest
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Der dreifache Nikolaus
  • Als der Papst unfehlbar wurde
  • Streit um Kreuz in Mönchengladbach
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff