Auftakt zur Kurienreform: Vollversammlung des Kardinalskollegiums am 12. Februar 2015
Auftakt zur Kurienreform: Vollversammlung des Kardinalskollegiums am 12. Februar 2015
Papst Franziskus blickt nach vorn
Papst Franziskus blickt nach vorn

31.10.2018

Ist das Dokument zur Kurienreform im Dezember fertig? Das Großprojekt des Papstes

Es ist ein Mammutprojekt, das der Papst bereits vor fünf Jahren in Angriff genommen hat. Er will mit seinen Beratern die Kurie reformieren. Jetzt sprechen Indizien dafür, dass vielleicht noch in diesem Jahr Ergebnisse veröffentlicht werden könnten.

Das geplante Dokument zur Kurienreform des Papstes könnte im Dezember oder Februar veröffentlicht werden. Davon geht der indische Kardinal Oswald Gracias aus, wie er in einem Gespräch mit dem US-Magazin "National Catholic Reporter" sagte. Vom 10. bis 12. Dezember sowie im Februar sind die nächsten beiden Treffen des Kardinalsrates (K9) geplant, der Papst Franziskus bei der Kurienreform unterstützt und dem Gracias angehört.

Als weiteres Zeichen einer baldigen Veröffentlichung gilt die Tatsache, dass Papst Franziskus in der vergangenen Woche einen Kirchenjuristen als weiteren Sekretär in den Rat berufen hat. Dieser soll die geplante neue Apostolische Konstitution mit dem Arbeitstitel "Praedicate Evangelium" (Verkündet das Evangelium) überarbeiten helfen, bevor sie die Konstitution "Pastor Bonus" (Der gute Hirte) zur Kurienreform Johannes Pauls II. aus dem Jahr 1988 ersetzt.

Ortskirchen unterstützen

Ohne auf Details einzugehen deutete Kardinal Gracias als Stoßrichtung der Reform einen Dienst an den Ortskirchen, also der Kirche in den einzelnen Ländern, an. "Die Anfangsidee war es, den Ortskirchen zu helfen, indem wir dem Heiligen Vater helfen", so Gracias. "Jetzt ist die Idee, dem Heiligen Vater zu helfen, indem die Ortskirchen unterstützt werden." Das sei "eine entscheidende Änderung", so der Erzbischof von Mumbai (Bombay) und Vorsitzende der Indischen Bischofskonferenz.

Beim letzten Treffen des Kardinalsrates hätten sie den Papst zudem daran erinnert, dass sie fünf Jahre im Amt seien und bereit, sowohl aufzuhören wie auch weiterzuarbeiten. "Wir wollten ihm die Entscheidung erleichtern", erläuterte Gracias. Der Papst habe nicht "Nein" gesagt, "das heißt, er denkt drüber nach".

Zumindest zwei Mitglieder des "K9" stehen unter öffentlichem Druck: George Pell, der sich in Australien wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht verantworten muss, sowie der Chilene Francisco Errazuriz, dem in seiner Heimat Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen wird. Aus Deutschland ist Reinhard Kardinal Marx Mitglied des Gremiums.

"Gut vorbereitet sein"

Das Treffen aller Vorsitzenden der Bischofskonferenzen weltweit, das Franziskus für den 21. bis 24. Februar einberufen hat, um den Kampf gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche zu verstärken, sollte laut Gracias "gut vorbereitet und nicht nur kosmetisch" sein. Zwar sei die Vorbereitungszeit etwas knapp. Am Ende aber "sollten wir etwas in der Hand haben, das wir mit nach Hause nehmen können: Wissen, Vertrauen, Fähigkeiten", so der indische Kardinal.

Erste Schritte zur Kurienreform leitete Franziskus bereits im Juni 2013 ein, drei Monate vor dem ersten Treffen der zunächst acht Kardinäle Marx, Maradiaga, O'Malley, Pell, Gracias, Errazuriz Ossa, Monsengwo Pasinya und Bertello. Aufbauend auf Maßnahmen von Benedikt XVI. wurde im Juni 2013 die Päpstliche Kommission für die Vatikanbank IOR gegründet, im Juli die Gerichtsbarkeit im vatikanischen Strafrecht reformiert und im August ein Komitee für Finanzsicherheit zur Kontrolle gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung gegründet.

Schritte zur Reform

Im Februar 2014 wurden das Wirtschaftssekretariat und der ihm übergeordnete Wirtschaftsrat gegründet. An deren Spitze zwei K9-Leute: Pell und Marx. Im März 2014 folgte die Gründung der Kinderschutzkommission unter Leitung des Bostoner Erzbischofs, Kardinal O'Malley. Mit ihm leitet ein drittes Mitglied der K9 eine Neugründung der Kurienreform. Pell muss seit Juli 2017 seine Ämter ruhen lassen, weil er sich in Australien vor Gericht verantworten muss.

Im Juni 2015 begann der Papst sämtliche Medienaktivitäten das Vatikan zu bündeln; die Einbindung der Zeitung "Osservatore Romano" steht noch aus. Im Sommer 2016 legte der Papst mehrere Räte zu großen Dikasterien zusammen. Heraus kam jenes für Laien, Familie und Leben unter Kardinal Kevin Farrell, sowie das Dikasterium "zur Förderung der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung", so der sperrige vatikanische Sprachgebrauch. Unter Kardinal Peter Turksons Leitung hat diese Behörde eine rege Aktivität entwickelt, etwa mit internationalen Fachkonferenzen zu Abrüstung, Menschenrechten oder Gesundheitsfragen.

(KNA)

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