Erzbischof Alojzije Stepinac (l.) 1946 auf dem Weg in einen Gerichtssaal
Erzbischof Alojzije Stepinac (l.) 1946 auf dem Weg in einen Gerichtssaal
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin
Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin

08.11.2017

Vatikan will keine neuen Spaltungen durch Stepinac-Heiligsprechung "Wunden der Vergangenheit nicht aufreißen"

Der Weg zu einer möglichen Heiligsprechung des kroatischen Kardinals Alojzije Stepinac soll aus Sicht des Vatikan nicht zu weiteren Spaltungen zwischen Kroaten und Serben führen. Dem Heiligen Stuhl seien die "Wunden der Vergangenheit" bewusst.

Zwar bleibe das Heiligsprechungsverfahren an sich "eine innere Angelegenheit der katholischen Kirche", betonte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin nach Angaben der kroatischen Kirchenzeitung "Glas Koncila" bei einem Besuch in Zagreb.. Es sei aber der Wunsch von Papst Franziskus, dass der Fall nicht zu neuen Streitigkeiten führe.

Es sei ihm bewusst, dass die "Wunden der Vergangenheit" nicht von heute auf morgen geheilt werden könnten, so Parolin. Dennoch seien der Dialog und die Aufarbeitung wichtig.

Unterschiedliche Interpretationen

Der Kardinalstaatssekretär antwortete damit den Angaben zufolge auf Fragen zu der von Franziskus in Auftrag gegebenen ökumenischen kroatisch-serbischen Historikerkommission, die von Juli 2016 bis Juli 2017 versuchte, Stepinacs (1898-1960)  Leben aufzuarbeiten. Im gemeinsamen Schlusskommunique hielt man danach fest, dass in diesem Fall "die vorherrschenden Interpretationen der katholischen Kroaten und der orthodoxen Serben nach wie vor unterschiedlich" seien.

Die Dokumente der Kommission, die keine "eindeutige Interpretation" zuließen, lägen nun in den Händen des Papstes, sagte Parolin weiter.

Er spüre die "große Liebe des kroatischen Volkes gegenüber diesem großen Hirten". Stepinac sei ein großer Verteidiger der christlichen Wahrheit gewesen und habe sein Zeugnis dafür nicht nur in Worten und Lehren abgelegt, sondern dafür auch mit dem eigenen Leben bezahlt.

Seligsprechung duch Johannes Paul II.

"Seine Heiligkeit wurde schon mit dem Seligsprechungsverfahren bestätigt", so der Geistliche, der laut "Glas Koncila" im Zagreber Dom auch am Grab des Seligen betete.

Der Zagreber Erzbischof und spätere Kardinal Stepinac war 1946 nach der kommunistischen Machtübernahme in einem Schauprozess zu 16 Jahren Haft verurteilt worden, weil er während des Zweiten Weltkriegs mit den kroatischen Faschisten kollaboriert haben soll. Nach sechs Jahren Haft musste er die restliche Zeit bis zu seinem Tod in Hausarrest verbringen. Papst Johannes Paul II. (1978-2005) sprach Stepinac 1998 selig.

(KNA)

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