Panorama mit olympischen Ringen
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Elisabeth Keilmann wird neue Sport-und Olympiaseelsorgerin
Elisabeth Keilmann wird neue Sport-und Olympiaseelsorgerin

07.06.2018

Neue Sport- und Olympiaseelsorgerin der DBK im Interview "Da sein, Mut zusprechen, trösten"

Vier Jahre war der Posten vakant. Nun wird mit Elisabeth Keilmann erstmals eine Frau Sport- und Olympiaseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz. Sie freue sich darauf, ein offenes Ohr für Sportler und Trainer zu haben, betont sie im Interview.

DOMRADIO.DE: Sie sind die neue Sport- und Olympiaseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz. Gleichzeitig sind Sie auch die neue Geistliche Bundesbeirätin im DJK-Sportverband geworden und haben jahrelange Erfahrung als Vertreterin des Bistums Essen im Arbeitsbereich "Kirche und Sport" der Deutschen Bischofskonferenz. Ist diese Wahl zur Olympiaseelsorgerin eine Art Krönung Ihrer sportbetreuenden Karriere?

Elisabeth Keilmann (Sport-und Olympiaseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz): Ich habe mich sehr gefreut über die Anfrage und freue mich natürlich auch sehr auf meine neuen Aufgaben, die schon sehr vielfältig sind. Es ist schon auch eine Anerkennung.

DOMRADIO.DE: Was für Aufgaben kommen da auf sie zu?

Keilmann: Die Aufgaben sind da schon sehr vielfältig. Als Sport-Seelsorgerin bin ich für den Bereich Sport-Seelsorge, Sport-Pastoral und Sport-Ethik allgemein zuständig. Konkret heißt das dann, ich bin die seelsorgerische Begleitung der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen, bei den Paralympics und auch bei den Universiaden. Das sind die Weltsportspiele der Studenten. Dort bin ich Ansprechpartnerin und Seelsorgerin, habe den Vorsitz des Arbeitskreises Kirche und Sport, koordiniere seelsorgerische Angebote im Rahmen von sportlichen Großveranstaltungen, zum Beispiel zur Vorbereitung von Gottesdiensten im Rahmen von sportlichen Großveranstaltungen. Vor kurzem war zum Beispiel noch vor dem DFB-Pokalfinale in Berlin ein Gottesdienst vor dem Endpiel. So etwas werde ich dann mit vorbereiten. Es gab natürlich auch dann Kontakte zum DOSB und auch zu den evangelischen Kollegen.

DOMRADIO.DE: Wie sind Sie denn das jetzt eigentlich geworden? Die Bischöfe mussten der Kandidatur zustimmen?

Keilmann: Richtig. Ja, ich denke ich habe jetzt lange Erfahrung, Sie hatten es ja gerade angesprochen. Ich bin im Bereich Kirche und Sport tätig seit 1997, bin auch schon seit 2013 stellvertretende Vorsitzende geistliche Beirätin des DJK Diözesanverbandes Essen und seit 2012 auch ehrenamtlich Vizepräsidentin des DJK Sportverbandes. Und dann im letzten Jahr kam von der DJK in Absprache mit dem Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz die Anfrage, ob ich mir vorstellen könnte, diese beiden Aufgaben, die Sie gerade beschrieben haben, in Personalunion zu übernehmen. Es wird immer sehr gerne gesehen, dass diese beiden Positionen in Personalunion geführt werden, wegen der Synergieeffekte und der optimalen Vernetzung.

DOMRADIO.DE: Vielleicht müssen wir erst mal ganz genau sagen: DJK, Deutsche Jugendkraft heißt das, ist der größte kirchliche Sportverband.

Keilmann: Mit 500.000 Mitgliedern in Deutschland über 1.000 Vereinen. Und da ist auch das Motto, was ich total treffend finde: Es geht um Sport um der Menschen willen. Der Mensch steht im Mittelpunkt. Ja dann kam die Anfrage. Es gab Gespräche mit Bischof Dr. Bode, der ist der Leiter der Pastoralkommission und die Sport-Seelsorge ist dieser Kommission zugeordnet. Und ich bin meinem Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck sehr dankbar, dass er mich für diese wichtige Aufgabe für fünf Jahre freigestellt hat.

DOMRADIO.DE: Das heißt, das ist auch so richtig so ein Herzensanliegen?

Keilmann: Absolut. Ich bin mit der DJK schon lange verwurzelt und von daher ist mir das auch wirklich ein Herzensanliegen und ich gehe mit Leidenschaft an diese Aufgabe heran.

DOMRADIO.DE: Machen Sie selber auch Sport?

Keilmann: Ja, so wie es die Zeit zulässt. Ich war schon immer sehr sportinteressiert, auch im Sportverein. Als Jugendliche habe ich bei der SG Wattenscheid 09 in der Damen-Fußballmannschaft gespielt. Damals war es halt noch nicht ganz so populär wie heute und ich bin natürlich seit vielen Jahren jetzt Mitglied im DJK. Und wenn es die Zeit zulässt, fahre ich total gerne Fahrrad, gehe Wandern, Nordic Walking und bin natürlich als Zuschauerin auch gerne über die Medien bei Fußballspielen und sportlichen Großereignissen dabei.

DOMRADIO.DE: Die nächsten Olympischen Spiele 2020 sind Tokio und da fahren Sie hin. Ist das etwas, wo sie sich möglicherweise auch am meisten darauf freuen bei dieser neuen Aufgabe?

Keilmann: Ich freue mich auf alle Aufgaben, aber das ist schon noch mal was Besonderes. Ich freue mich sehr auf die Begegnung und Begleitung von den Sportlerinnen und Sportlern. Das sind ja nicht nur die Olympischen Spiele in Japan, sondern auch die Paralympics. Es ist schon eine lange Zeit und da möchte ich einfach da sein, ansprechbar sein, um Mut zuzusprechen, zu trösten. Es geht um Gewinnen und Verlieren und das sind auch Extremsituationen im Leben und da kommt schnell die Sinnfrage mit ins Spiel. Da geht es um Lebens-und Zukunftsfragen und da möchte ich immer gerne ein offenes Ohr haben - nicht nur für die Sportler auch für die Trainer. Mir fällt da noch mal so eine besondere Situation ein, so ein schwieriger Moment. Ich weiß nicht, ob Sie sich noch erinnern können: In Rio 2016 ist der Kanu-Trainer Henze verstorben und dann auch in solchen Extremsituationen da zu sein.

DOMRADIO.DE: Eine Sport-Seelsorge ist ein wichtiges pastorales Handlungsfeld, haben Sie gesagt. Und das ist genau so gemeint, wie gerade beschrieben?

Keilmann: Ja ganz genau. Das sehe ich so, denn Katholische Kirche ist im Sport mit den verschiedensten Angeboten am Ball. Unsere Inspiration holen wir aus dem christlichen Glauben, und da geht um den Menschen und das ist mir ein ganz großes Anliegen. Es geht nicht nur, wie bei den Olympischen Spielen, um schneller, höher, weiter. Letztlich haben die wichtigen Fragen im Sport mit dem Menschen zu tun. Kirche und Sport sind eine Partnerschaft oder können eine Partnerschaft sein, die sich da einsetzt auch für Toleranz, Respekt, Fairness, Integration - und ja, das ist so mein Anliegen.

Das Interview führte Uta Vorbrodt.

(DR)

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