Binnenalster von Hamburg
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Trierer Weihbischof Peters
Trierer Weihbischof Peters

17.03.2015

Sportbischof Peters über Hamburgs Nominierung für Olympia "Das Beste zeigen, was wir anzubieten haben"

Hamburg geht ins Rennen um Olympia 2024 und 2028. Das hat der Deutsche Olympische Sportbund am Montagabend verkündet. Der neue Erzbischof Heße ist begeistert. Eine gute Entscheidung, findet auch der Sportbischof der Deutschen Bischofskonferenz.

domradio.de: Ist Hamburg eine gute Wahl?

Weihbischof Jörg Peters (Sportbischof der Deutschen Bischofskonferenz): Es war eine spannende Debatte. Ich freue mich, dass innovativ entschieden worden ist und Hamburg als die große Hafenstadt die Welt jetzt empfangen will. Ich denke, es ist eine ganz gute Entscheidung.

domradio.de: Sie waren bei den Beratungen in Hamburg mit dabei. War Hamburg denn auch Ihre erste Wahl?

Peters: Wir haben tolle Präsentationen erlebt. Von den Berlinern zum Beispiel. Die können das, das ist klar. Da kennen wir wunderbare Sportereignisse in der Vergangenheit und es wird in diesem und in den nächsten Jahren tolle Ereignisse geben, das ist ein wunderbarer Standort. Hamburg hat nicht zuletzt durch den Standort gezogen. Das Hafengelände, Industrieland, das in die Stadt einbezogen werden soll. Die Nachhaltigkeit solcher Spiele sind immer wieder in der Debatte. Und ich glaube, das war ein Moment, der überzeugt hat. Ich freue mich über neue Bilder, die von Deutschland aus in die Welt gehen werden.

domradio.de: Die Bürger in Hamburg sollen jetzt noch befragt werden. Es gibt auch Leute, die sich gar nicht mit Olympia anfreunden können. Wären Sie denn uneingeschränkt für Olympia in Deutschland?

Peters: Kritische Auseinandersetzung ist angesagt, das haben wir in den vergangenen Jahren erlebt. Wie kommen Entscheidungen des IOC (International Olympic Committee) auch zustande? Ich glaube, dass wir gerade mit unserer Bewerbung aus Deutschland heraus – ganz gleich, welche Stadt es jetzt trifft – da mit gutem Beispiel vorangehen können. Der Deutsche Olympische Sportbund ist gewillt, die Agenda 2020 des IOC gänzlich umzusetzen. Wir hätten 2024 dazu die Chance. Kritiker sollen erst genommen werden. Aber ich glaube, die letzten Umfragen, durch Forsa etwa, bestätigen, dass eine große Öffentlichkeit ein Interesse an Olympia in Deutschland hat.

domradio.de: Seit Jahren steht das Internationale Olympische Komitee in der Kritik. Es geht um intransparente Verfahren zur Auswahl der Olympiastädte, um das Wegschauen von Menschenrechtsverletzungen. Dafür war Sotchi ein gutes Beispiel. Es geht aber auch um Korruption. Macht es da überhaupt Sinn, sich zu bewerben?

Peters: Es bleibt die nächsten zwei Jahre spannend, bis vom IOC aus eine Entscheidung getroffen wird. Es geht eine mächtige Konkurrenz da in die Bewerbung mit hinein. Städte wie Boston, Melbourne, europäisch gesehen vielleicht Paris oder Rom. Es gilt jetzt, sich anzustrengen und das Beste vorzuzeigen, was wir anzubieten haben. Und so den IOC auch zu überzeugen, um nicht diese Spiele irgendwelchen Ländern zu überlassen, in denen demokratische Strukturen eventuell nicht so groß geschrieben sind wie bei uns. Also auch dieses Bild in die Welt hinein zu vermitteln.

Das Interview führte Tobias Fricke.

(dr)

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