Flüchtlinge aus Libyen nach Italien evakuiert
Asylbewerber steigen in ein Flugzeug

18.10.2021

Höhere Zahl an Asylbewerbern in EU Deutschland ist Hauptziel

Die Zahl der Asylbewerber in der Europäischen Union nimmt nach Angaben der EU Asylbehörde EASO deutlich zu - auch wegen eines neuen Höchststands an afghanischen Asylbewerbern. Deutschland sei ein besonders beliebtes Ziel.  

Im August 2021 hätten die EU-Staaten rund 56.000 Fälle von internationalen Schutzgesuchen registriert, sagte EASO-Direktorin Nina Gregori den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). Das sind nach früheren EASO-Daten 16.000 Anträge oder 40 Prozent mehr als im August 2020.

Gregori sagte, der August sei der dritte Monat mit einer deutlich steigenden Zahl an Asylanträgen. "Wir sind in Europa damit fast auf dem Niveau der Zeit vor Corona, was die Asylantragszahlen betrifft." Allein von afghanischen Staatsangehörigen seien im August in der EU rund 10.000 Asylanträge gestellt worden. Das sei ein "Rekord" und eine Steigerung um 38 Prozent im Vergleich zum Vormonat Juli.

"Bisher keine Bewegungen bei Afghanen"

Gründe für den Anstieg seien Anträge, die von Afghanen nach der Luftbrücken Evakuierung aus Kabul gestellt würden, und Asylgesuche von Afghanen, die schon längere Zeit in Europa lebten und nun zum wiederholten Mal Asyl beantragten. "Wir sehen bisher keine Bewegungen von Afghanen aus Afghanistan, die nach Europa kommen", so Gregori. Die Asylbehörde beobachte die Situation in den Nachbarländern von Afghanistan genau, wo derzeit Hunderttausende Schutz suchten.

Ihre Behörde arbeite eng mit der EU-Kommission und EU-Mitgliedstaaten zusammen und baue etwa Aufnahmekapazitäten auf dem Balkan auf. Zudem werde ein Resettlement-Programm für Afghanistan in die EU vorbereitet.

Deutschland ist wichtigster Zielstaat in Europa

Wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf ihr vorliegende Zahlen der Europäischen Asylagentur EASO berichtet, werden im neunten Jahr in Folge mehr als 100.000 Menschen in Deutschland erstmals Asyl beantragen. Damit bleibe die Bundesrepublik der mit Abstand wichtigste Zielstaat für Schutzsuchende in Europa.

Bis Ende September stellten demnach 100.278 Menschen einen Erstantrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Hinter Deutschland rangierten Frankreich mit 54.105 Asylanträgen in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres, Spanien (41.799), Italien (37.492) und Österreich (22.928).

Neue Route über Belarus

Zu der "seit Langem anhaltenden illegalen Weiterwanderung" über Italien, Griechenland und Spanien komme seit Sommer die neue Route über Belarus hinzu, heißt es in der Zeitung. Laut Bundespolizei seien "seit August allein an der deutsch-polnischen Grenze 4.900 Personen festgestellt worden, die über Belarus und Polen unerlaubt nach Deutschland eingereist waren. Die Tendenz ist weiterhin steigend."

Unerlaubte Einreisen von Asylsuchenden dürften von den Grenzpolizisten nicht verhindert werden, weil die Bundesregierung stationäre Grenzkontrollen als Gefahr für das "Europa der offenen Binnengrenzen" betrachte, so der Zeitungsbericht. Die Bundespolizei wird dazu so zitiert: "Bei der deutsch-polnischen Grenze handelt es sich um eine Schengen-Binnengrenze, die grundsätzlich zu jeder Zeit und an jeder beliebigen Stelle überschritten werden kann."

Ruf nach Bundesaufnahmeprogramm

Mit Blick auf Afghanistan forderte die Organisation Pro Asyl zum virtuellen Sondergipfel der G20-Staaten "endlich nennenswerte und der Bedrohung angemessene Aufnahmeaktionen". Geschäftsführer Günter Burkhardt verlangte am Sonntag von der Bundesregierung, ein Bundesaufnahmeprogramm zu starten und den Weg für ergänzende Landesaufnahmeprogramme frei zu geben.

(KNA)

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