Bundesverdienstkreuz
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Der Bonner Stadtdechant, Wolfgang Picken (re.) neben NRW-Ministerpräsident Armin Laschet
Der Bonner Stadtdechant, Wolfgang Picken (re.) neben NRW-Ministerpräsident Armin Laschet
Bundesverdienstkreuz
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01.11.2019

Bonner Stadtdechant erhält Bundesverdienstkreuz "Es war eine totale Überraschung"

Der Bonner Stadtdechant Wolfgang Picken wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Im Interview spricht er über seine erste Reaktion und verrät, für was sein Herz schlägt und was er sich für die Kirche und Gesellschaft noch erhofft. 

DOMRADIO.DE: Wie haben Sie von der Auszeichnung erfahren?

Picken: Ich erhielt in den Sommerferien einen Brief, den meine Sekretärin öffnete. Sie teilte mir dann mit, es sei eine Nachricht vom Bundespräsidenten in meinem Briefkasten. Ich konnte das erst gar nicht glauben. Wir haben dann als erstes in der Staatskanzlei Düsseldorf angerufen und nachgefragt, ob das wirklich wahr ist. Ich hatte immer gedacht, dass man das Bundesverdienstkreuz kurz vor der Rente oder so bekommt. Es bestätigte sich dann, dass es ernst gemeint war und ich das Bundesverdienstkreuz entgegennehmen kann. Es war eine totale Überraschung.

DOMRADIO.DE: Wir fühlen Sie sich jetzt?

Picken: Ich empfinde es als eine Auszeichnung stellvertretend für die vielen, die in Bad Godesberg - wo ich bisher Pfarrer war - in Bonn und in vielen anderen Stellen in der Kirche sich gemeinschaftlich mit anderen darum bemühen, soziale Fragen zu lösen, gesellschaftlichen Schulterschluss herzustellen und produktiv an Problemen zu arbeiten. Dafür zu sorgen, dass die Gesellschaft zusammenhält und dass wir spüren, wir gehen und stehen als Menschen miteinander und beieinander und nicht gegeneinander, wie wir es gegenwärtig politisch an vielen Stellen erleben.

DOMRADIO.DE: Worum geht es bei dem von Ihnen gegründeten Projekt, der Bürgerstiftung Rheinviertel?

Picken: Es ging im Grunde genommen zunächst darum, in einem Stadtteil dafür Sorge zu tragen, dass Menschen sich zusammenfinden, um Probleme in der direkten Region vor der eigenen Haustür zu definieren und Bürger vor Ort dafür zu gewinnen, sich für ihre eigenen Probleme einzusetzen. Nicht auf den Staat zu warten, sondern im großen Schulterschluss dafür Sorge zu tragen, dass sich Dinge verändern. Jeder sollte dabei die Chance haben, seine Gabe einzubringen. Die Bürgerstiftung Rheinviertel ist eigentlich ein Pilotprojekt für die ganze Bundesrepublik und die erste Stiftung dieser Art. Wir haben wahnsinnig viel bewegen können. Die Leute haben gemerkt, es macht Spaß, Probleme vor der Haustür zu lösen und sie gemeinsam konstruktiv anzugehen.

DOMRADIO.DE: Sie haben diese Stiftung gegründet. In erster Linie sind Sie aber Bonner Stadtdechant. Was sind Ihre Aufgaben und was motiviert Sie?

Picken: Eine Stiftung wie die Bürgerstiftung Rheinviertel und das Prinzip Menschen zusammenzuführen, ist natürlich ein tolles Modell für mich als Stadtdechant in Bonn. Da geht es auch darum, als Kirche nicht nur separiert zu denken und nur für Kirche zu denken, sondern Brückenbauer zu sein in einer Gesellschaft, die immer mehr auseinanderreißt. Sich gerade als Kirche darin bewähren zu können, Menschen zusammenzuführen, für gute Ideen und Engagement zu gewinnen und in bestimmte Richtungen zu denken. Und da gibt es in einer großen Stadt wie Bonn tausend soziale Fragen und Probleme, die wir gegenwärtig haben und die es zu lösen gilt. Es motiviert mich wahnsinnig, diese Aufgaben in so einem großen Stadtgebiet fortzusetzen.

Die Aufgabe eines Stadtdechanten ist ja, Brückenbauer in einer Stadt zu sein und die kirchliche Stimme zu erheben. Aber eben auch zu schauen, wer könnten andere Player in einer Region sein, die gemeinsame Ziele mitverfolgen wollen. Von daher ist es eine gute Vorlage und Motivation, dafür Sorge zu tragen, dass Kirche ein Motor sein kann für neue gesellschaftliche Entwicklungen. Die Leute haben es satt, nur Probleme zu sehen und frustriert die Hände in den Schoß zu legen. Sie wollen, dass sich etwas verändert. Aber dazu braucht es Initialzündungen. Dazu braucht es Menschen mit Ideen. Dazu braucht es Punkte, in denen Leute zusammenfinden. Und das soll meine Aufgabe als Stadtdechant in der Bundesstadt Bonn sein.

Das Gespräch führte Hans Jeitner.

(DR)

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