Das Flüchtlingsrettungsschiff Sea-Watch im Mittelmeer
Das Flüchtlingsrettungsschiff Sea-Watch im Mittelmeer

17.01.2019

Jesuit ruft dazu auf, von Begegnungen mit Asylsuchenden zu erzählen "Mauern niederreißen"

Der Jesuiten-Flüchtlingsdienstes in Deutschland hat den Umgang mit Flüchtlingshelfern scharf kritisiert: "Wir sind gerade dabei, Menschenrechte aufzugeben, wenn Schiffe Sanktionen fürchten müssen, weil sie Menschen aus Seenot retten", hieß es.

Das sagte der Direktor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS), Pater Claus Pfuff, am Mittwochabend in Berlin. Zugleich wollten viele Geflüchtete nach Europa, "weil sie hoffen, dass hier ihre Menschenrechte respektiert werden", betonte er laut Manuskript beim Jahresempfang des Vereins Asyl in der Kirche Berlin-Brandenburg.

Notwendig seien "keine neuen Mauern, die Menschen wegsperren, sondern Orte, wo Begegnung ermöglicht wird und Austausch stattfindet", forderte Pfuff. Er rief Flüchtlingshelfer auf, anderen Menschen von ihren Begegnungen mit Asylsuchenden zu erzählen. Sobald in der Debatte um Flucht und Asyl "das Gesicht eines Menschen mit seiner Geschichte, seinen Träumen und Hoffnungen auftaucht, ändert sich vieles", sagte der Jesuit. "Um Mauern niederzureißen, sowohl innere im Kopf oder Herz als auch äußere", seien Menschen erforderlich, "die begegnungsfähig sind und die Erfahrung von gegenseitiger Bereicherung gemacht haben".

Der JRS wurde 1980 aus Anlass der Lage vietnamesischer Bootsflüchtlinge gegründet. Heute begleiten seine etwa 1.000 Mitarbeiter über eine halbe Million Flüchtlinge und Zuwanderer in mehr als 50 Ländern. So leisten sie in Deutschland Seelsorge und Rechtshilfe für Abschiebungshäftlinge und Zuwanderer ohne Aufenthaltsstatus. Wie seine Vorgänger vertritt Pfuff das Erzbistum Berlin in der Härtefallkommission des Berliner Innensenators sowie im Forum Abschiebungsbeobachtung beim Schönefelder Flughafen.

(KNA)

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