Ein rechtsextremer Demonstrant steht zwischen Deutschlandfahnen.
Ein rechtsextremer Demonstrant steht zwischen Deutschlandfahnen.
Erzbischof Heiner Koch
Erzbischof Heiner Koch
Markus Dröge
Markus Dröge

08.11.2018

Kirchen begrüßen Verbot des rechtsextremen "Trauermarschs" Berlin verbietet Demo am 9. November

Die beiden großen Kirchen in Berlin haben das Verbot des geplanten "Trauermarschs für die Toten von Politik" begrüßt. "Einer Verhöhnung der Opfer durch eine rechtsextreme Demonstration am 9. November" träten sie entschieden entgegen.

Das erklärten am Mittwoch der katholische Erzbischof Heiner Koch und der evangelische Bischof Markus Dröge. Die Bischöfe riefen zur Teilnahme an einem "Gedenkweg" an diesem Donnerstag auf, um "an unsere jüdischen Nachbarn zu erinnern, die zu dieser Stadt gehörten und willkürlich und brutal ausgegrenzt, deportiert und ermordet worden sind". Ab 13.00 Uhr führt der Gedenkweg von der Gedenkstätte Topographie des Terrors zum Holocaust-Mahnmal. "Gemeinsam stellen wir uns in die Verantwortung, dass sich die Schuld unserer Vorfahren nicht wiederholt", erklärten Koch und Dröge. "Lassen Sie uns gemeinsam den Anfängen einer neuen rechtsextremen Bewegung wehren und dem Hass, der sich in Worten und Taten zeigt, mutig entgegentreten."

Die Berliner Innenbehörde hat einen für Freitag, den 9. November geplanten rechtsextremen Aufzug verboten. Der "Trauermarsch für die Toten von Politik" der rechten Gruppierung "Wir für Deutschland" sollte am Freitag durch das Berliner Regierungsviertel ziehen. Die Art der Umsetzung des Aufzuges würde in eklatanter Weise den Sinn und moralisch-ethischen Stellenwert dieses Gedenktages negieren, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Verbotsbegründung der Innenverwaltung. "Er ist damit aus Gründen der öffentlichen Ordnung zu verbieten."

Innensenator hält den rechtsextremen Marsch für unerträglich

Die Vorstellung, dass Rechtsextremisten am 80. Jahrestag der Reichspogromnacht durch das Regierungsviertel marschieren, finde er unerträglich, erklärte Innensenator Andreas Geisel (SPD). Die Provokation, die von dieser Demonstration in Richtung der Opfer und ihrer Nachfahren ausgehe, sei gewollt und werde bewusst eingesetzt, um erneut rote Linien nach rechts zu verschieben. Demokratie müsse und könne eine Menge aushalten, müsse sich aber nicht alles gefallen lassen. "Vor allem nicht von denen, die unser demokratisches Gemeinwesen eigentlich verachten", sagte der Innensenator.

Gegen den rechten Aufmarsch hatten in den vergangenen Tagen bereits zahlreiche Initiativen wie das Berliner "Bündnis gegen Rechts" mobilisiert und vom Berliner Senat ein Verbot gefordert. Ein Nazi-Aufmarsch an dem Tag, an dem sich die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 zum 80. Mal jährt, sei eine Verhöhnung aller Opfer der Schoah, erklärte das Bündnis. Anmelder des Aufzuges war nach Angaben des Bündnisses Enrico Stubbe, der bereits mehrfach die rechtsradikalen "Merkel muss weg"-Aufmärsche organisiert hat. Laut Polizei waren 250 Teilnehmer angemeldet.

 

(KNA, epd)

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