Nadia Murad erhält den Friedensnobelpreis 2018
Nadia Murad erhält den Friedensnobelpreis 2018
Denis Mukwege erhält den Friedensnobelpreis 2018
Denis Mukwege

05.10.2018 - 00:00

Friedensnobelpreis geht an Denis Mukwege und Nadia Murad Preisträger stehen fest

Wer hat in diesem Jahr am meisten für Frieden und Abrüstung getan? Die Jury für den Friedensnobelpreis ehrt zwei Menschenrechtler und ihren Kampf gegen Gewalt an Frauen. Missio München würdigt die Ehrung als ein "wichtiges Zeichen der Solidarität".

Der Friedensnobelpreis 2018 geht an den kongolesischen Arzt Denis Mukwege und die UN-Sonderbotschafterin und irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad. Die Menschenrechtler erhalten die Auszeichnung für ihre Bemühungen, die Anwendung von sexueller Gewalt als Kriegswaffe zu beenden, wie das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo erklärte. Beide hätten herausragend gegen diese Kriegsverbrechen gekämpft.

Missio München würdigt Friedensnobelpreisträger

Der Präsident von missio München, Wolfgang Huber, sieht in der Auszeichnung ein wichtiges Zeichen der Solidarität mit Opfern von Krieg und Gewalt im Kongo. Außerdem stärke die Auszeichnung religiöse Minderheiten im Nahen Osten, sagte Huber am Freitag. Die Jesidin Nadia Murad gebe ihrem Volk ein Gesicht und eine Stimme. Die Jesiden hätten ihre Heimat möglicherweise für immer verloren, so der missio-Präsident. "Ein ähnliches Schicksal droht der christlichen Minderheit im Irak und im gesamten Nahen Osten." Auch die Lage der Flüchtlinge im Libanon, in der Türkei und Griechenland sei dramatisch.

Mit Denis Mukwege aus dem Kongo werde ein Mann ausgezeichnet, der Opfern von Krieg und Gewalt furchtlos zur Seite stehe. In dem zentralafrikanischen Land gebe es seit Jahren einen ungelösten Konflikt, der Europa nicht gleichgültig sein dürfe. "Es geht um Rohstoffe wie Kupfer und Coltan, die zum Beispiel auch in unseren Smartphones verwendet werden", sagte Huber. "Der Kongo mag weit entfernt sein, doch wir sind unmittelbar betroffen." Die Kirche setze sich für einen friedlichen Machtwechsel in dem Land ein, nachdem die Amtszeit von Präsident Joseph Kabila zu Ende gegangen ist. Am 23. Dezember soll es Parlaments- und Präsidentenwahlen geben.

Insgesamt 331 Anwärter

Experten hatten sich im Vorfeld schwer getan, einen Nobelpreisträger vorherzusagen. Kurz vor der Bekanntgabe waren die Namen von Mukwege und Murad aber immer höher gehandelt worden - auch als Würdigung für die #metoo-Bewegung gegen sexuelle Belästigung. Die Osloer Jury hatte sich unter 331 Anwärtern entscheiden müssen - 216 Personen und 115 Organisationen waren für den Preis vorgeschlagen. Nur wenige Nominierungen waren im Vorhinein bekannt.

Die heute 25-jährige Murad überlebte eine dreimonatige IS-Gefangenschaft und war danach, auf Initiative des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne), nach Deutschland gekommen. Sie lebt in Baden-Württemberg und macht als Sonderbotschafterin der Vereinten Nationen auf die Qualen der IS-Opfer aufmerksam.

Im letzten Jahr ging der Preis an Ican

Im vergangenen Jahr hatten die fünf Mitglieder des Nobelkomitees die internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung (Ican) ausgezeichnet. Die Organisation erhielt den Nobelpreis für ihre "bahnbrechenden Bemühungen" um ein vertragliches Verbot von Atomwaffen. Damit forderte die Jury auch ausdrücklich alle Atommächte auf, ihre Verpflichtungen zum Verzicht auf diese Waffen einzuhalten.

Ican hatte maßgeblich am UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen mitgewirkt, der von 122 Staaten unterstützt wird. Die vermutlich neun Atommächte sowie fast alle Nato-Staaten - darunter Deutschland - hatten die Verhandlungen boykottiert, da sie nicht an die Wirkung des Vertrags glaubten.

Verleihung am 10. Dezember

Wie die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie und Literatur wird der mit neun Millionen schwedischen Kronen (etwa 860 000 Euro) dotierte Friedensnobelpreis am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel, verliehen. Überreicht wird die Auszeichnung allerdings anders als die anderen Nobelpreise nicht in Stockholm, sondern in der norwegischen Hauptstadt Oslo.

Warum Nobel dies damals entschied, ist nicht bekannt. In seinem Testament legte der Dynamit-Erfinder fest, die Auszeichnung solle an denjenigen gehen, der "am meisten oder besten für die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verkleinerung stehender Armeen" gewirkt hat.

(dpa)

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