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Ulrike Kostka
Obdachloser im Winter
Obdachloser im Winter
Geschlossener U-Bahnzugang in Berlin
Geschlossener U-Bahnzugang in Berlin

17.09.2018

Berliner Verkehrsbetriebe wollen Obdachlose im Winter draußen halten Keine Zuflucht mehr im U-Bahnhof?

Noch ist ein Ende des Sommers nicht in Sicht. Doch der Winter mit kalten Nächten wird kommen. Auch in Berlin. Für manchen Obdachlosen wurde dann bisher ein U-Bahnhof zum Zufluchtsort. Die Berliner Verkehrsbetriebe wollen dies nun verhindern.

Die Caritas hat die Pläne der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), alle U-Bahnhöfe in Winternächten für Obdachlose zu schließen, scharf kritisiert. Das sei "ein falsches Signal und ein Ausdruck zunehmender sozialer Kälte in unserer Stadt", erklärte der katholische Wohlfahrtsverband am Montag auf Anfrage in Berlin.

Ausgrenzung der Menschen am Rande

Das bedeute eine Ausgrenzung der Menschen am Rande. Die Direktorin des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin, Ulrike Kostka, fordert das landeseigene Unternehmen auf, seine Entscheidung zu überdenken: "Die Caritas erwartet ein Zeichen der Solidarität."

BVG gibt Sicherheitsgründe an

Die BVG hatte Sicherheitsgründe angeführt, weshalb sie von ihrer jahrelangen Praxis abweichen wolle, in Winternächten zwei bis drei Bahnhöfe für Obdachlose zu öffnen. Nachts bleibe der Starkstrom im Gleisbereich aufgrund von Bauarbeiten und rangierenden Zügen eingeschaltet.

"Bei nicht selten mehreren Dutzend Menschen im Bahnhof, die oft unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen, ist das buchstäblich lebensgefährlich", begründete BVG-Chefin Sigrid Nikutta die Entscheidung in der "Berliner Morgenpost". Auch aus Fürsorgepflicht gegenüber den BVG-Mitarbeitern sehe man sich zum Handeln gezwungen.

U-Bahnhof oft die letzte Option

Dem Argument der BVG-Chefin, Berlin habe in den vergangenen Jahren so viele Übernachtungskapazitäten aufgebaut, dass es keinen Bedarf mehr für Bahnhöfe als letzte Zuflucht geben müsste, widersprach die Caritas. Obwohl die Zahl der Notübernachtungsplätze für Obdachlose im Winter zugenommen habe, gebe es immer Menschen, die sich nicht in Einrichtungen und ein System integrieren ließen.

"Für diese Menschen ist die Übernachtung in U-Bahnhöfen oft die letzte Option, um nicht zu erfrieren", erklärte der Wohlfahrtsverband. "Gerade bei diesen Menschen wäre durch die Schließung der U-Bahnhöfe die Möglichkeit nicht mehr gegeben, zu ihnen Kontakt aufzunehmen und ihnen medizinisch-pflegerische und sozialarbeiterische Hilfeangebote zu machen." (KNA)

(KNA)

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