Mehr als 120 Organisationen rufen in der Kölner Innenstadt zu einer Kundgebung "Köln zeigt Haltung" auf
Mehr als 120 Organisationen rufen in der Kölner Innenstadt zu einer Kundgebung "Köln zeigt Haltung" auf
Gregor Stiels
Gregor Stiels
Rolf Domning
Rolf Domning

16.09.2018

Warum christliche Verbände in Köln auf die Straße gehen Haltung zeigen

Ein Zeichen für Menschlichkeit und eine solidarische Stadt Köln setzen: Dies ist das Ziel der Demonstration "Köln zeigt Haltung" an diesem Sonntag. Vertreter der teilnehmenden christlichen Verbände erklären, warum ihnen die Aktion wichtig ist.

Aufnehmen, Hierbleiben, Solidarität – dafür wollen am Sonntag, den 16.September, zahlreiche Organisationen, Verbände, Flüchtlingsinitiativen, die Kirchen sowie mehrere hundert Persönlichkeiten aus der Kölner Stadtgesellschaft auf dem Roncalliplatz in Köln demonstrieren. Ist es für eine kirchliche Organisation selbstverständlich, auf die Straße zu gehen, wenn die Würde des Menschen in Gefahr ist und an christlichen Grundwerten gezweifelt wird? Warum es für Christen in Köln wichtig ist, die Demonstration zu unterstützen und den Aufruf zu mehr Solidarität zu unterzeichnen, haben einige Vertreter der teilnehmenden Verbände gegenüber DOMRADIO.DE erklärt.

Gregor Stiels, Katholikenausschuss Köln:

"Ich zeige Haltung, weil ich die momentane Politik der Abschottung in Deutschland und Europa zutiefst unmenschlich und unchristlich halte! Es werden Unterschiede zwischen Menschen gemacht, die in Not sind. Die Würde des Menschen ist in Gefahr, wie auch die Demokratie, wenn wir uns nicht den Schreien entgegenstellen, die dem Staat das Gewaltmonopol absprechen und die Kompetenz, Lösungen auf die drängendsten Fragen zu finden. Es geht darum, dass wir der Politik und auch der Öffentlichkeit der letzten Wochen und Monate ein deutliches Zeichen entgegenstellen wollen"

Superintendenten Rolf Domning, Bernhard Seiger, Andrea Vogel und Markus Zimmermann, Evangelischer Kirchenverband Köln:

"Wir beobachten mit großer Sorge, dass in der Debatte um den richtigen Weg in der Flüchtlingspolitik zum Teil eine menschenverachtende Sprache gebraucht wird, Hass und Ängste geschürt werden und menschliche Kälte spürbar wird. Wir empfinden es als unerträglich, dass Retter von Flüchtlingen im Mittelmeer kriminalisiert werden und treten für das Selbstverständliche ein, dass schutzbedürftige Menschen aus Seenot gerettet werden und ein faires Asylverfahren in Europa bekommen. Wir sind dankbar für die individuellen Rechte jedes Einzelnen, die unser Rechtsstaat schützt. Die Stärke einer Gesellschaft zeigt sich darin, wie sie mit den Schwächsten in ihr, unabhängig von ihrer Herkunft, umgeht."

Diakon Jens Freiwald, Katholisches Stadtdekanat Köln

"Gerade in einer Situation, in der selbst auf höchster Regierungsebene Geflüchtete für sämtliche Probleme in unserer Gesellschaft verantwortlich gemacht werden, muss ein deutliches Zeichen für die Menschenwürde des Einzelnen, die für uns in der Gottesebenbildlichkeit des Menschen verwurzelt ist, gesetzt werden. Es kann darüber hinaus nicht sein, dass sich Menschen, die sich für Geflüchtete engagieren, rechtfertigen und zum Teil sogar öffentlich diffamieren lassen müssen."

Annika Jülich, BDKJ-Diözesanvorstand im Erzbistum Köln:

"Wir als BDKJ Diözesanverband setzen uns dafür ein, das christliche Menschenbild zum Vorbild zu nehmen und zu zeigen, dass niemand, der aus Not flieht, illegal ist und ein Recht darauf hat, Zuflucht zu finden. In einer demokratischen Gesellschaft steht es einem jeden zu, in Frieden zu leben und an Bildung und Arbeit teilzuhaben, egal welcher Herkunft oder Religion. Diese Haltung basiert für uns auch auf dem christlichen Verständnis der Nächstenliebe.

Die Festung Europa entspricht dabei weder einem gerechten, noch einem christlichen Menschenbild, sondern zeugt von Hass und Ausgrenzung. Gemeinsam wollen wir uns stark machen gegen Hetze und für ein solidarisches Europa, in dem geflüchteten Mitmenschen ein besseres Leben ermöglicht und gegen die unrechtmäßigen Abschiebungen von jungen Menschen in Not gekämpft wird."

Markus Peters, Sozialdienst katholischer Männer (SKM) Köln:

"Geflüchteten Menschen Zuflucht und Schutz zu gewähren ist eine zutiefst christliche Überzeugung, die uns als Verein leitet. Wir wollen nach den Vorkommnissen und politischen Diskursen der letzten Wochen mit unserer Teilnahme ein Zeichen der Solidarität mit geflüchteten Menschen setzen und aktiv Position für eine offene und solidarische Gesellschaft beziehen. Gleichzeitig setzen wir uns jeden Tag mit unseren hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Begegnung und Mitmenschlichkeit ein – die besten Voraussetzungen für Integration und ein friedliches Miteinander – und nicht nur mit Blick auf geflüchtete Menschen."

Peter Heim, pax christi Köln:

"pax christi" sieht sich als katholische Friedensbewegung der Friedensverheißung  Christi verbunden. Das ist unsere Motivation, alles zu tun, was einen gewaltfreien und gerechten Umgang der Menschen fördert.
Wir unterstützen Inhalt und Duktus des Aufrufs, weil er für all die Werte eintritt, für die wir von unseren Ursprüngen her seit unserer Gründung einstehen: Das Grundrecht auf Asyl, die universelle Gültigkeit der Menschenrechte und der tägliche  Einsatz gegen Angst und Gewalt.

Die gegenwärtige, immer weiter um sich greifende herz-und mitleidslose Sprache und die politische Praxis der Ausgrenzung und Abschottung bis hin zur Hetze, Hetzjagden und Gewalt fordert uns heraus, hier klar Stellung zu beziehen.
Die Botschaft Jesu ist in diesem Punkt einfach und klar: Erkenne den Fremden als Deinen Nächsten. Liebe ihn wie Dich selbst. Das heißt praktisch: Nimm ihn auf, schütze ihn, fördere ihn und hilf ihm, sich zu integrieren."

(DR)

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