Freitag, der 13.
Freitag, der 13.

13.07.2018

Freitag der 13. - und in NRW gibt es Zeugnisse (K)ein Tag für Pleiten, Pech und Pannen

Lieber gleich im Bett bleiben. Denn draußen lauert das Verderben. Und in NRW gibt es ausgerechnet nun auch noch Zeugnisse. Viele Deutsche kokettieren damit, dass Freitag der 13. ein Unglückstag ist. Doch der Tag ist besser als sein Ruf.

Pleiten, Pech und Pannen: Für abergläubische Menschen ist der kommende Freitag ein riskanter Tag. Es ist der zweite und letzte Freitag der 13. für 2018 - jedes Jahr kennt mindestens einen und höchstens drei dieser Tage.

Tag besser als sein Ruf

Viele halten den Wirbel um den schwarzen Freitag für Schmarrn. 90,7 Prozent der Befragten ändern ihr Verhalten nicht, wenn der 13. auf einen Freitag fällt, heißt es in einer am Montag in Düsseldorf veröffentlichten Umfrage für die Arag-Versicherungen. Dennoch: Die Feuerwehren nutzen die gesteigerte Aufmerksamkeit für Unglück, um für Brandschutz zu werben. Seit 2006 ist jeder Freitag der 13. auch ein "Rauchmeldertag".

Laut Statistik von Versicherern sind die schrecklichen Freitage besser als ihr Ruf: Die Zurich Versicherung verzeichnet im Schnitt sogar weniger Schadensmeldungen als an anderen Tagen. Verliert der Freitag der 13. etwa für Paraskavedekatriaphobiker (abgeleitet aus dem Griechischen: Paraskave = Freitag; Dekatria = 13; Phobie = Angst) seinen Schrecken?

Eine Auffälligkeit gab es im vergangenen Jahr. "Am 13. Januar 2017 hatten wir in unserer Statistik 1.738 Schäden verbucht. Und das sind etwa drei Mal mehr als an einem normalen Freitag", sagte Florentin Bub von der Gothaer. Der Grund: Sturmtief Egon zog über Deutschland.

Wasser auf die Mühlen der Paraskavedekatriaphobiker ist zudem: Am Freitag den 13. Januar 2012 kollidierte das Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" mit einem Felsen. Fest steht: Der Unglückstag wird hierzulande erst seit 60 Jahren zu einem solchen stilisiert, wie der Regensburger Volkskundler Gunther Hirschfelder herausfand.

Mythen und Zahlensymbolik

Verschiedene Mythen werden seitdem zusammengerührt: Schon die frühen Hochkulturen kannten eine ausgefeilte Zahlensymbolik, erläutert Hirschfelder. Da spielte die 12 eine zentrale Rolle, die 13 dagegen überschritt das geschlossene 12er-System und wurde so zur Unglückszahl. Im Christentum machte Judas die Zahl 13 zur bösen Zahl: Beim Letzten Abendmahl waren 13 Personen anwesend. Und er war der Verräter. Hotels verzichten deshalb auf die Zimmernummer 13, Fußballer auf die entsprechende Ziffer auf dem Trikot.

Was die Wochentage angeht, galt der Freitag in der Antike als Tag der Liebesgöttin Aphrodite. Aber dann wurde Jesus freitags gekreuzigt.

Und der Tag wurde zum Fasten- und Trauertag. Bis zum 20. Jahrhundert verliefen die Stränge der Zahlen- und Wochentags-Symbolik parallel, ohne sich zu berühren. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Volkskundler fündig: In der deutschen Presse der 50er Jahre finden sich Berichte über die Unheil bringende Wirkung von Freitag dem 13. - stets im Rückgriff auf die USA.

Kokettieren mit dem Unglück

"So wie wir Muttertag und Halloween aus Amerika importiert haben, wurde auch Freitag der 13. im Zuge des Kulturtransfers aus den USA eingeführt", betont Hirschfelder. Dabei verbinde die Spaßgesellschaft von heute keine echte Angst mehr mit den abergläubischen Vorstellungen. Freitag der 13. sei vielmehr ein "nicht ernsthaftes Kokettieren mit dem Unglück".

Die amerikanischen Ursprünge stammen aus dem 19. Jahrhundert, als europäische und jüdische Symbole verschmolzen. Ein findiger Journalist hatte 1869 die Idee, Kursschwankungen des US-Goldmarktes mit diesem Datum in Verbindung zu bringen.

Hirschfelder: "Wer in einer solchen Symbolik stöbert, der findet immer etwas." Und zwar bis heute. Schließlich brauche auch die Postmoderne Markierungspunkte, mit denen sich das Leben einteilen lasse, meint der Forscher. Wo traditionelle Fixpunkte wie Kirchenjahr oder Erntebeginn wegfielen, suche sich der Mensch neue Kunst-Termine. Deshalb sei Freitag der 13. in Wirklichkeit auch kein ausgesprochener Unglückstag. Oder?

Christoph Arens
(KNA)

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