Lew Kopelew Preis 2017 für Lew Gudkow (l) und Can Dündar (r)
Lew Kopelew Preis 2017 für Lew Gudkow (l) und Can Dündar (r)

26.11.2017

Lew-Kopelew-Preis an Can Dündar und Lew Gudkow vergeben Für Mut und Wahrhaftigkeit

Der frühere Chefredakteur der türkischen Zeitung "Cumhuriyet", Can Dündar, ist am Sonntag mit dem Lew-Kopelew-Preis ausgezeichnet worden. Der in Deutschland im Exil lebende Journalist teilt sich die undotierte Auszeichnung mit dem russischen Soziologen Lew Gudkow.

Dündar steht als Beispiel für die bedrohte Pressefreiheit in der Türkei; er ist zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Gudkow leitet das unabhängige Meinungsforschungsinstitut "Lewada-Zentrum" in Moskau. Er kämpft gegen die staatlich verordnete Bezeichnung des wissenschaftlichen Instituts als "ausländischer Agent".

Wider Denk- und Sprechverbote

Die beiden Preisträger setzten sich für kritischen Journalismus und eine unabhängige Wissenschaft ohne Angst vor Repressionen ein, so die Begründung des Lew-Kopelew-Forums. Das erfordere in einer Zeit, in der "Autokraten und Populisten die Werte einer freien und offenen Gesellschaft bedrohen", besonders viel Mut. Die Auszeichnung ehrt Personen, Projekte oder Organisationen, die im Sinne des russischen Schriftstellers und Humanisten Lew Kopelew tätig sind.

Alt-Bundespräsident Joachim Gauck erklärte in seiner Laudatio, geehrt würden zwei Menschen, "denen Wahrhaftigkeit mehr bedeutet als Karriere und das Wohlwollen der Machthaber". Sie hätten sich weder Denk- noch Sprechverbote erteilen lassen. In Russland und in der Türkei hätten autoritäre Herrscher die Kontrolle über die Justiz übernommen, steuerten größtenteils die Medien und formten eine "Ideologie aus Nationalismus und Staatsreligion".

Lew-Kopelew-Preis

Mit dem undotierten Lew-Kopelew-Preis zeichnet das gleichnamige Forum seit 2001 jährlich Menschen, Projekte oder Organisationen aus, die im Sinne des russischen Germanisten, Schriftstellers und Humanisten Lew Kopelew (1912-1997) tätig sind. Ziel des Lew Kopelew Forums ist es, den Austausch zwischen West- und Osteuropa zu fördern.

(KNA)

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