Vollversammlung des Zentralkomitess deutscher Katholiken in Bonn
Vollversammlung des Zentralkomitess deutscher Katholiken in Bonn
Erzbischof Heße gratuliert Sternberg zur Wiederwahl
Erzbischof Heße gratuliert Sternberg zur Wiederwahl

24.11.2017

ZdK-Vollversammlung nimmt Arbeit auf Wahlen und Weichenstellungen

Auf der Vollversammlung des Zentralkomitess deutscher Katholiken werden viele Misstände in der Gesellschaft angesprochen, darunter die Flüchtlingskrise. Doch auch Personalthemen stehen an, wie die Wahl des Präsidiums.

Thomas Sternberg bleibt für vier weitere Jahre Präsident des Zentralkomitees. Auf der in Bonn tagenden Vollversammlung wurde der 65-Jährige bei turnusgemäßen Wahlen am Freitag mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt. Der CDU-Politiker aus Münster war der einzige Kandidat. Von 174 Stimmen entfielen 160 Ja-Stimmen auf ihn; es gab fünf Nein-Stimmen und neun Enthaltungen.

Hamburgs Erzbischof Stefan Heße gratulierte Sternberg und verlas zudem Glückwünsche des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Dieser betonte eine konstruktive und positive Zusammenarbeit sowie einen guten Austausch.

Der oberste katholische Laienvertreter Sternberg war vor zwei Jahren als Nachfolger von Alois Glück gewählt worden, der sein Amt nach sechs Jahren wie angekündigt vorzeitig niedergelegt hatte. Sternberg hatte sich bei seiner Wahl im November 2015 gegen die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, Maria Flachsbarth (CDU), durchgesetzt.

Sternberg wurde 1952 im Sauerland geboren. Er machte eine Bäcker-Lehre im elterlichen Betrieb und studierte später Germanistik, Kunstgeschichte und Theologie in Münster, Rom und Bonn. Er trat 1974 in die CDU ein und gehörte von 1999 bis 2004 dem Stadtrat in Münster an. Von 2005 bis 2017 war er Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen und von 1988 bis 2016 Direktor der Katholischen Akademie Franz-Hitze-Haus in Münster. Sternberg ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Wolfgang Klose neuer ZdK-Vizepräsident

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat auch einen neuen Vizepräsidenten. Als Nachfolger von Alois Wolf wählte die Vollversammlung des Laiengremiums mit großer Mehrheit Wolfgang Klose. Er erhielt 159 von 172 gültigen Stimmen. Der Erfurter Wolf war bei den turnusgemäßen Wahlen nicht mehr als Vizepräsident angetreten. Als Vizepräsidenten bestätigt wurden auch Karin Kortmann, Claudia Lücking-Michel mit jeweils 156 Stimmen und Christoph Braß (152).

Klose (53) kommt aus Berlin; auf ihn hatten sich den Angaben zufolge die ostdeutschen Diözesanräte verständigt. Klose war bislang Mitglied im Hauptausschuss und Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin.

Vor der Wahl erklärte er: "Ich möchte mitwirken an der Zukunftsfähigkeit der Kirche." Er wolle anregen, neu zu denken und neue Wege zu gehen. Mit Blick auf die Lage der Katholiken in Berlin und die Minderheitensituation in Ostdeutschland betonte Klose, verheiratet und Vater von drei Kindern: "Ich weiß, wie Diaspora geht."

Verständnis für Flüchtlinge

Auf der Vollversammlung kritisierte Sternberg, dass für manche Missstände Flüchtlinge als vermeintliche Verursacher genannt würden. "Doch steigende Mieten, drohender Wohnungsverlust, fehlende Sozialwohnungen und Ablehnung bei Kita-Plätzen sind bei näherer Prüfung nur sehr, sehr selten vom Flüchtlingszuzug verursacht", so Sternberg in Bonn.

Der ZdK-Präsident warb für Verständnis für Vorbehalte gegenüber den Flüchtlingen und dem Streitthema Familiennachzug: "Wenn Städte und Gemeinden zur Frage des Familiennachzugs signalisieren 'Wir haben schon genug Probleme', wenn Menschen sich unter Druck gesetzt fühlen und zugewanderte Menschen als Konkurrenz und Bedrohung wahrnehmen, dürfen wir das nicht ausblenden, weil es unser Wunschbild von unserer Gesellschaft stört."

Ängste vor "dem Fremden und dem Ungewohnten, vor Ausländern, vor 'dem Islam', vor Verdrängung und Benachteiligung" müssten ernst genommen, aber in "Besorgnisse" umgewandelt werden: "Mit Sorgen kann man umgehen, mit Ängsten kaum", sagte Sternberg. Nicht zuletzt sei die Zusammenführung der Kernfamilie ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Integration. Kritik am Familiennachzug zum Beispiel von kommunalen Spitzenvertretern dürfe man aber "nicht einfach" als unchristlich abtun.

Das CDU-Mitglied Sternberg forderte eine "entschiedenere" Sozialpolitik. "Darüber haben wir in den Wochen der Sondierungen noch zu wenig gehört. Er verwies zudem auf eine tiefe Kluft zwischen hohen und niedrigen Löhnen. "Hier müssen Parteien und Tarifpartner tatkräftig und programmatisch ansetzen. Und wir als Katholiken sollten nicht zuletzt aufgrund der katholischen Soziallehre Anwälte der sozial Schwachen sein."

Lob für Pro Papst Franziskus-Intiative

Sympathie hegt der ZdK-Präsident für die Kampagne "Pro Pope Francis" für Papst Franziskus. Er selbst habe sie auch unterschrieben. "Und doch ist es schade, um nicht zu sagen fatal, dass es einer solchen Kampagne überhaupt in unserer katholischen Kirche bedarf", sagte Sternberg. Die Initiative will den Papst und dessen "Pastoralkultur" der Barmherzigkeit gegen innerkirchliche Kritiker verteidigen.

Sternberg verwahrt sich gegen Vorwürfe, das Gremium wende sich gegen Kirche oder Papst. "Zugegeben, die Papsttreue ist manchem vielleicht schon einmal schwerer gefallen als in den letzten Jahren", so Sternberg. "Aber für das ZdK kann ich sagen: Entgegen allen Etikettierungen, mit denen das gerne in Zweifel gezogen wird: wir waren immer papsttreu." Dies sei immer eine Selbstverständlichkeit gewesen.

Das Katholiken-Komitee sei weder links noch rechts. Es repräsentiere vielmehr "den deutschen Katholizismus in seinen vielen Ausprägungen und hat sich nie - was überhaupt für eine alberne Vorstellung - gegen die Kirche gestellt".

Bischöfe und Laien wollen sich zum Lebensschutz positionieren

Weiterhin kündigte der ZdK-Präsident an, dass katholische Bischöfe und Laien eine gemeinsame Stellungnahme zum Schutz des menschlichen Lebens planen. "Das Ziel ist die gemeinsame politische Sprachfähigkeit, um in einer weltanschaulich pluralen politischen Landschaft eine höhere Wirksamkeit zu erzielen, eine höhere Wirksamkeit, als das mit unseren parallelen Alleingängen - Bischöfe hier, Laien da - möglich ist." Dies sei zudem "ein kleiner, aber dafür sehr konkreter Schritt" hin zur synodalen Kirche.

Vor einer Woche habe sich die Gemeinsame Konferenz, zu der Bischöfe und Laienvertreter gehören, auf eine entsprechende Zusammenarbeit verständigt, erläuterte Sternberg. Kompetenzen der Unterkommission Bioethik der Deutschen Bischofskonferenz und des ZdK-Sachbereichs Politische und ethische Grundfragen sollten in einer gemeinsamen Kommission gebündelt werden.

Der ZdK-Präsident betonte, dass "in keiner Phase" das menschliche Leben "verzweckt, nach seiner Nützlichkeit bemessen und unter Optimierungszwang" gestellt werden dürfe.

(KNA)

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