Sterbehilfe
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02.10.2017

Vatikan lädt Brüder der Nächstenliebe ein Letzte Chance zur Einigung

Seit Monaten schwelt der Konflikt zwischen Rom und "Brüdern der Nächstenliebe" in Belgien, die nicht davon abweichen, die aktive Sterbehilfe in ihren Einrichtungen einzuführen. Der Vatikan will verstehen, warum und lädt sie ein.

Der Vatikan will den belgischen Zweig der Brüder der Nächstenliebe (Broeders van Liefde) in der Debatte um aktive Sterbehilfe zu einem Gespräch einladen. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Sicht der Dinge zu erklären, heißt es in der am Montag veröffentlichten Pressemitteilung der Generalverwaltung der Brüder der Nächstenliebe in Rom.

Treffen ist letzte Chance

Das Treffen in Rom sei die letzte Chance für die Organisation, sich mit der katholischen Lehre in Einklang zu bringen, heißt es in der Mitteilung. Der Ordensobere Rene Stockman hatte sich am Freitag mit Vertretern aus dem Vatikan getroffen und sie über die aktuelle Situation informiert.

Am 12. September hatte die belgische Organisation der Brüder der Nächstenliebe ihre Position, aktive Sterbehilfe für psychisch Kranke im nicht-terminalen Stadium nicht mehr grundsätzlich auszuschließen, bekräftigt. Die Organisation verwaltet 15 psychiatrische Kliniken in Belgien.

"Brüder der Nächstenliebe" in Belgien

Seit der Gründung in Gent 1807 engagiert sich der Orden der "Broeders van Liefde" besonders in der Pflege von psychisch Kranken. In Belgien betreuen sie 5.500 Patienten; sie sind in Flandern für ein Drittel der Betten im Bereich psychischer Erkrankungen verantwortlich. Weltweit hat der Orden 603 Mitglieder und ist in 31 Ländern aktiv.

(KNA)