Aktivisten protestieren gegen Teilhabegesetz
Behinderte Aktivisten protestieren gegen Teilhabegesetz
Aktivist Raul Krauthausen
Aktivist Raul Krauthausen

07.11.2016

Soziale Medien helfen Behindertenbewegung beim Protest Selbstbewusst und gut vernetzt

Behinderte Menschen treten mit schrillen Aktionen für ihre Rechte ein - mit Erfolg: Wie nie zuvor greifen die Medien ihren selbstbewussten politischen Protest auf. Mit Facebook und Twitter verstärkt die Bewegung den Effekt.

Soziale Medien haben es behinderten Menschen nach Ansicht des Behindertenaktivisten Raul Krauthausen ermöglicht, ihre Stimme wirkungsvoll gegen das geplante Bundesteilhabegesetz zu erheben. "Wir haben uns vor allem über soziale Medien sehr gut vernetzt", sagte Krauthausen dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Wir konnten dadurch unseren Protest organisieren. Außerdem haben wir über die Netzwerke sehr viel Unterstützung bekommen." Für Montag haben mehrere Verbände aus Anlass der öffentlichen Anhörung zum Gesetzentwurf im Bundestag Protestaktionen in Berlin angekündigt.

Gesellschaftliche Teilhabe möglich?

Krauthausen ist prominentes Gesicht der Aktionen von Behindertenaktivisten gegen das geplante Bundesteilhabegesetz. Mit dem Gesetz will die Bundesregierung behinderten Menschen ermöglichen, mehr am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Behindertenvertreter kritisieren aber zahlreiche Aspekte des Vorhabens. "Unser Anstoß war, dass unsere Interessen mal wieder weitgehend ausgeklammert sind. Wir hatten die Idee, der Politik direkt mitzuteilen, dass wir mit den Plänen nicht einverstanden sind", erläuterte Krauthausen. Unter dem Hashtag #nichtmeingesetz sammelten die Behindertenvertreter in den vergangenen Monaten den Protest und erreichten damit auf Twitter und Facebook große Aufmerksamkeit.

Sie hätten gezielt versucht, ihren Protest mediengerecht zu gestalten, etwa als Blinde im September in die Spree vor dem Berliner Reichstag sprangen, berichtete Krauthausen. "Als wir die Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken hatten, haben auch viele Medien berichtet. Sonst verstecken sie sich oft hinter Ausreden wie der, dass Behindertenthemen zu komplex seien", sagte Krauthausen. "Dabei ist die Gesellschaft schon viel weiter als viele Chefredakteure."

Außerdem seien die Informationen in den sozialen Medien für die Bewegung selbst wichtig gewesen. "Wir konnten durch unsere Aktionen viele Menschen motivieren, bei unserem Protest mitzumachen", sagte Krauthausen. Eine große Rolle habe die Kommunikation auf Facebook gespielt. "Wir haben dort viele Betroffene erreicht. Viele, die sich von sich aus niemals getraut hätten, ihre Meinung zu sagen, sind eingestiegen, als sie gesehen haben, wie viele andere mitmachen."

Internet als Inklusionshelfer?

Inklusion funktioniere nur über Kontakte zwischen Behinderten und Nichtbehinderten, betonte Krauthausen. "Viele Menschen haben Berührungsängste, scheuen sich, auf Behinderte zuzugehen. Im Internet ist eine Behinderung aber erstmal gar kein Thema. Online kann man uns einfach ansprechen."

Dennoch sei das Internet für die Inklusion "Fluch und Segen zugleich", fügte Krauthausen hinzu. So habe er durch sein Engagement auch viele negative Kommentare bis hin zu Hassbotschaften bekommen. Und schließlich gebe es online auch eine Vielzahl neuer Barrieren: "Viele Videos haben keine Untertitel. Oder man findet bei Portalen zur Buchung von Unterkünften keine behindertengerechten", kritisierte Krauthausen. "Von einer gelungenen Inklusion sind wir weit entfernt."

(epd)

Sonderseite zur DBK-Vollversammlung

Die deutschen Bischöfe in Fulda: Artikel, Videos, Bilder und Interviews.

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Messenger-Gemeinde

Tageskalender

Radioprogramm

 24.09.2020
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • Drei Monate vor Heiligabend: Ideenbörse sammelt Vorschläge
  • Tag der Raumfahrt: Wer ist eigentlich der Schutzpatron der Astronauten?
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Das Heilige Jahr in Santiago de Compostela

Pilgerreise auf dem Jakobsweg mit „ne Bergische Jung“ Willibert Pauels! Jetzt anmelden für Juli 2021!

Himmelklar Podcast

durchatmen – Der Seelsorge Podcast

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…