Pflege in einem Altersheim
Persönlicher Kontakt in der Altenpflege

12.05.2015

Internationaler Tag der Pflege Mehr Zeit für die Menschen

Mehr Personal und mehr Gehalt - das forderten die Pflegekräfte zum Internationalen Tag der Pflege am Dienstag. Währenddessen will die Bundesregierung dafür sorgen, dass es in den Pflegeheimen keine unnötige Bürokratie mehr gibt.

Mit eindringlichen Worten hat die Freie Wohlfahrtspflege in NRW Reformen bei der Pflege angemahnt. "Es wird einen gesellschaftlichen Knall geben», warnte der Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege, Ludger Jutkeit, am Dienstag in Düsseldorf. Bis 2030 werde die Zahl der Pflegebedürftigen im bevölkerungsreichsten Bundesland nach offiziellen Behörden-Schätzungen auf 700.000 ansteigen, bis 2050 sogar auf 930.000. Unter dem Motto "Wir für Sie" haben die Mitgliedsverbände am Dienstag eine landesweite "Initiative für eine gute Pflege heute und in Zukunft" gestartet.

Dringend nötig sei eine Aufwertung des Pflegeberufs, forderte Jutkeit. Mehr wohnortnahe Pflegeangebote seien ebenso notwendig wie eine stärkere Einbindung von Ehrenamtlichen. "Sonst werden wir das nicht schaffen", betonte der Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege. Bereits jetzt werden knapp 580.000 kranke und alte Menschen in NRW gepflegt. Knapp ein Drittel lebt nicht mehr zu Hause, sondern in Heimen.

Pflege-Ausbildung nicht ausreichend finanziert

Helene Maqua, Pflegeexpertin der Freien Wohlfahrtspflege, kritisierte dass die NRW-Landesregierung die praktische Pflegeausbildung nur mit 280 Euro pro Platz und Monat fördere. Kostendeckend wäre ein Betrag von 340 Euro. Die aktuelle Unterfinanzierung führe dazu, dass die Pflegebedürftigen mit ihren Zahlungen für stationäre und ambulante Dienste die Ausbildung bezuschussen müssten, sagte Maqua. Pflege-Ausbildung müsse aber "als gesamtgesellschaftliche Aufgabe festgeschrieben werden".

In der Freien Wohlfahrtspflege sind freie Träger sozialer Dienste und Einrichtungen in NRW zusammengeschlossen. Dazu gehören unter anderem die katholische Caritas und die evangelische Diakonie, die Arbeiterwohlfahrt (AWO) und der Paritätische Wohlfahrtsverband.

Mehr Unterstützung für die rund 100.000 Pflegenden in den Kliniken im Land fordert auch die Krankenhausgesellschaft NRW. Qualität und Sicherheit könne es für die Patienten nur geben, wenn in den Krankenhäusern genügend gut ausgebildete Pflegekräfte arbeiteten und ihre Gehälter auch finanziert würden, teilte der Dachverband der 370 NRW-Kliniken mit. Mit den Investitionen in den Umbau von Stationen oder eine moderne IT-Infrastruktur könnten die Pflegenden entlastet werden, hieß es. Eine "konsequente Refinanzierung der Personalkosten und eine Lösung für den Investitionsstau" sei dringend geboten.

NRW-Pflegeministerin: Forderungen an den Bund

NRW-Pflegeministerin Barbara Steffens (Grüne) fordert in der Diskussion um eine Pflegereform eine angemessene Personalausstattung und eine bessere Finanzierung. Der Bund müsse die Grundlagen dafür schaffen, dass die Leistungen der Pflegeversicherung an höhere Entgelte und verbindliche Personalsicherung angepasst würden, sagte die Ministerin anlässlich des Internationalen Tags der Pflege am Dienstag. Der Beruf der Pflegekräfte werde "aufgrund der zunehmenden Zahl hochaltriger Menschen mit oft mehreren gleichzeitigen Erkrankungen oder auch mit einer Demenz immer anspruchsvoller", betonte sie.

"Um in Zukunft die steigende Zahl von pflegebedürftigen Menschen angemessen versorgen zu können, sind wir dringend auf eine ausreichende Zahl gut qualifizierter Fachkräfte angewiesen", erklärte Steffens weiter. Diese Fachkräfte könnten aber nur in ausreichender Zahl gewonnen werden, wenn sich Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten spürbar verbesserten. "Der Bund darf sich nicht in Sonntagsreden an die Seite der Pflegebedürftigen stellen und dann mit den steigenden Kosten, die durch eine bessere Bezahlung unvermeidbar sind, die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen alleine lassen."

Pflegebeauftragter: Weniger Bürokratie

Währenddessen will der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Karl-Joseph Laumann (CDU), bundesweit für eine Entbürokratisierung der Pflege werben. Der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium rief am Montag in Berlin alle Einrichtungen auf, das sogenannte Strukturmodell zur Entbürokratisierung in der Pflege zu übernehmen. Darüber will er in den kommenden Wochen auf 15 Großveranstaltungen bundesweit informieren.

Das Modell sieht eine deutliche Verschlankung der Dokumentationspflichten vor. Grundgedanke ist dabei, dass nicht mehr die normalen Abläufe festgehalten werden, sondern nur das, was vom Alltäglichen abweicht - wenn der Pflegebedürftige etwa Fieber bekommt oder nicht mehr ausreichend trinkt. Laumann erwartet sich davon nach eigenem Bekunden eine erhebliche Zeitersparnis. Nach seinen Worten haben die großen Wohlfahrtsverbände und Träger zugesagt, dass die gewonnene Zeit tatsächlich den Pflegebedürftigen zugutekommen soll. Rechtlich verordnen könne er dies aber nicht.

Zur Umsetzung des Modells steht nach Laumanns Worten ein eigenes Projektbüro zur Verfügung, das Schulungsunterlagen erarbeitet hat und rund 650 von den Verbänden benannte Multiplikatoren ausbildet. Zudem seien die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung, die Heimaufsichten der Länder und die Prüfdienste der Privaten Krankenkassen dabei, sämtliche Prüfer zu schulen.

(KNA, epd, dpa)

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