Sörensen: "Es ist wichtig, darüber zu reden."
Symbolbild Missbrauch, Schatten eines Kreuzes

27.12.2020

Gemeinsame Kommission zu Missbrauchs-Aufarbeitung in Nord-Bistümern Verantwortliche benennen

Im Rahmen der historischen Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Bistum Osnabrück will Bischof Bode Verantwortliche benennen. Eine gemeinsame Kommission der nördlichen Bistümer und zusätzlicher Fachleute werde die Arbeit im neuen Jahr beginnen.

Es sollten die Namen derer veröffentlicht werden, "die im Umgang mit Betroffenen und Tätern Fehler begangen und sich schuldig gemacht haben", sagte der Bischof dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Verantwortung müsse differenziert benannt werden. Das müsse allen Beteiligten von Anfang an klar sein, betonte Bode vor dem Hintergrund scharfer Kritik an der Missbrauchs-Aufarbeitung des Erzbistums Köln. Dort hatte Kardinal Rainer Maria Woelki die Veröffentlichung eines entsprechenden Gutachtens wegen "methodischer Mängel" abgesagt.

Bode: Aufarbeitung komplexer als zunächst gedacht

Woelki hatte am Donnerstagabend bei der Christmette im Kölner Dom für die daraufhin entstandene Debatte um Verzeihung gebeten, ohne dabei mögliche eigene Versäumnisse anzusprechen oder auf
Vertuschungsvorwürfe einzugehen. Bode kommentierte das Vorgehen Woelkis nicht, äußerte aber, dass die katholische Kirche in der Vergangenheit nicht immer transparent gehandelt habe: "In der Vergangenheit haben wir mehr von Tätern als von Opfern her gedacht. Wir wollten die Institution Kirche mehr schützen als die Betroffenen."

Der Osnabrücker Bischof, der auch stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, räumte ein, dass die Aufarbeitung des Missbrauchs komplexer sei als zunächst gedacht. Das Bistum Osnabrück werde dafür mit dem Erzbistum Hamburg und dem Bistum Hildesheim eine gemeinsame Kommission einsetzen und zusätzlich externe Fachleute beauftragen. Deren Arbeit werde voraussichtlich im
ersten Quartal 2021 beginnen können. Wann mit Ergebnissen zu rechnen sei, sagte der Bischof nicht. Bode kündigte an, dass im Zuge der Aufarbeitung alle Archive und Akten uneingeschränkt zur Einsicht freigeben werden.

Martina Schwager
(epd)

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