Missbrauchsbeauftragter fordert Akteneinsicht für Betroffene
Symbolbild Akten
Klaus Winterkamp
Klaus Winterkamp
Der Interventionsbeauftragte des Bistums Münster, Peter Frings
Der Interventionsbeauftragte des Bistums Münster, Peter Frings

19.09.2019

Historiker sollen Missbrauchsfälle im Bistum Münster aufarbeiten Uneingeschränkte Akteneinsicht

Das Bistum Münster lässt den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen durch katholische Priester im Zeitraum von 1945 bis 2018 von Wissenschaftlern aufarbeiten. Diese bekommen bei ihrer Arbeit uneingeschränkte Einsicht in die Personalakten.

Beauftragt wurde ein fünfköpfiges Team unter Leitung des Historikers Thomas Großbölting, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Münster, wie Generalvikar Klaus Winterkamp erläuterte. 1,3 Millionen Euro stellt das Bistum Münster zur Verfügung, damit die Wissenschaftler über zweieinhalb Jahre die zahlenmäßig bisher noch nicht genau erfassten Missbrauchsfälle aufdecken, analysieren und die Ergebnisse in einer Studie aufbereiten und dokumentieren.

Uneingeschränkter Zugang zu Personalakten des Bistums

Großbölting, der unter anderem auch zwei Jahre als Abteilungsleiter bei der Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen gearbeitet hat, betonte bei der Vorstellung des Projekts, dass er uneingeschränkten Zugang zu den Personalakten des Bistums habe, genauso wie zur Kommunikation zwischen der Bistumsleitung und den Gemeinden. Ergänzt werden sollen die Forschungen durch Interviews mit den Betroffenen und - soweit dies möglich ist - den Beschuldigten.

"Den Betroffenen schuldig"

Mit der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle sollen nach Angaben des Bistums vor allem die Strukturen offengelegt werden, die den Missbrauch begünstigten und die Aufdeckung verhinderten. Generalvikar Klaus Winterkamp betonte, dass sich das Bistum durch die Studie keine Imageverbesserung verspreche. Die Aufarbeitung sei das Bistum vielmehr den Betroffenen schuldig, das dafür aufgewendete Geld stehe in keinem Verhältnis zu dem Leid, das diese erlitten hätten.

Rückblickend gelte es auch zu klären, warum einschlägig beschuldigte und sogar verurteilte Priester wieder im pastoralen Kontext eingesetzt worden seien, sagte Winterkamp.

Ähnliche Studien in den Bistümern Essen und Paderborn

Die Arbeit der Historiker soll von einem siebenköpfigen wissenschaftlichen Beirat begleitet werden. Diesem wird auch der Interventionsbeauftragte des Bistums, Peter Frings, angehören. Die Ergebnisse sollen im Jahr 2022 vorliegen. Ähnliche Studien gebe es in den Bistümern Essen und Paderborn, hieß es.

(epd)

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