Proteste in Argentinien (Archiv)
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16.06.2021

Missbrauchsopfer werfen Argentiniens Bischöfen Vertuschung vor Schwere Anschuldigungen

Ein Missbrauchsfall in einem argentinischen Kloster zieht immer weitere Kreise. Laut örtlichen Medienberichten liegt dem Vatikan inzwischen gar eine förmliche Anzeige gegen das Exekutivkomitee der nationalen Bischofskonferenz vor.

Der Opferverein Red Sobrevivientes de Abuso Eclesiastico wirft den Mitgliedern "Amtsmissbrauch" und "schuldhafte Fahrlässigkeit" bei der Aufklärung des Falles vor. Die Anzeige richtet sich gegen den Erzbischof von Buenos Aires, Kardinal Mario Aurelio Poli, und zwei Amtskollegen aus dem Gremium.

Hintergrund sind Vorkommnisse, die sich zwischen 2009 und 2015 im Monasterio del Cristo Orante in Tupungato zugetragen haben sollen.

Ein inzwischen erwachsener Mann wirft zwei Mönchen vor, ihn als Minderjährigen sexuell missbraucht zu haben. Mehrere Gerichtsverfahren und Untersuchungen sind anhängig. Das Kloster wurde inzwischen geschlossen. Gegen einen der Beschuldigten verhängte das Erzbistum Mendoza vor einigen Monaten ein fünfjähriges Verbot der Ausübung des priesterlichen Dienstes.

Beschwerde beim Vatikan eingereicht

Das allerdings geht dem mutmaßlichen Opfer, Nicolas Bustos, nicht weit genug. Er reichte bereits zu Monatsbeginn über seinen Anwalt Beschwerde beim Vatikan ein. In dem Schreiben beschuldigt er Erzbischof Marcelo Colombo von Mendoza, dessen Weihbischof Marcelo Mazzitelli sowie Bischof Dante Braida von La Rioja der Missbrauchsvertuschung. Zudem bat Bustos darum, "eine Untersuchung einzuleiten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen".

Darauf reagierte die Argentinische Bischofskonferenz, indem sie den drei Geistlichen am Wochenende in einer offiziellen Erklärung "uneingeschränkte Unterstützung" zusicherte. Zugleich wies sie die Vertuschungsvorwürfe "nachdrücklich" zurück. Die Kirche in Mendoza habe die Vorfälle in dem Kloster scharf verurteilt. Zudem seien die notwendigen Schritte in die Wege geleitet worden, um mögliche Täter zu bestrafen.

Der Anwalt von Red Sobrevivientes de Abuso Eclesiastico, Carlos Lombardi, nun wiederum diese Erklärung zum Anlass, um auch die Mitglieder des Exekutivkomitees der Bischofskonferenz beim Vatikan anzuzeigen.

(KNA)

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