Pater Werenfried van Straaten hält seinen Hut in den Händen (Archiv)
Pater Werenfried van Straaten hält seinen Hut in den Händen (Archiv)

11.02.2021

"Kirche in Not" reagiert auf Missbrauchsvorwurf gegen Gründer Auf Distanz zum "Speckpater"

"Kirche in Not bedauert die schweren geschilderten Vorwürfe zutiefst": Die in Deutschland ansässige Organisation geht wegen eines Medienberichts über einen Missbrauchsvorwurf auf Distanz zu ihrem Gründer Pater Werenfried van Straaten.

Der 2003 verstorbene Ordenspriester soll 1973 auf einer Reise des katholischen Hilfswerkes nach Italien versucht haben, eine junge Mitarbeiterin zu vergewaltigen, schreibt das Blatt "Christ & Welt" (Donnerstag), das der Wochenzeitung "Die Zeit" beiliegt.

"Kirche in Not bedauert die schweren geschilderten Vorwürfe zutiefst", erklärte das Hilfswerk am Mittwoch. "Die Organisation distanziert sich umfassend von jeder Form des Verhaltens, wie es in dem Artikel Pater van Straaten vorgeworfen wird."

Stellungnahme des Hilfswerks

2010 habe die Frau den Fall bei der Organisation gemeldet, schrieb Kirche in Not in der Stellungnahme. Zur gleichen Zeit gab es Bestrebungen, den Pater selig zu sprechen. Ein vom Vatikan entsandter Weihbischof unterstützte damals das Hilfswerk bei seiner Modernisierung. Der Geistliche habe von den Vorwürfen gegen den auch als "Speckpater" bekannten van Straaten erfahren, schrieb die Organisation. Es habe einen Briefwechsel zwischen ihm und dem Vatikan gegeben.

Daraus zitiert "Christ & Welt". Kardinal Mauro Piacenza, damals Präfekt der römischen Kleruskongregation und seit 2011 Präsident des Stiftungsrates von Kirche in Not, soll demnach zur Geheimhaltung nach Außen aufgefordert haben. "Kardinal Piacenza weist den Vorwurf der Vertuschung zurück, da dieser jeder Grundlage entbehrt", antwortete das Hilfswerk auf Nachfrage in der Nacht zu Donnerstag.

Eine Anfrage an den Vatikan dazu blieb bis Donnerstagmittag unbeantwortet.

Wunsch nach vertraulicher Behandlung

Der Leitung von Kirche in Not erschien nach eigenen Angaben die Schilderung der Frau damals glaubhaft, weshalb sie ihr eine Entschädigung von 16 000 Euro zahlte. Die Betroffene habe gewollt, dass ihr Fall vertraulich behandelt werde, deshalb veröffentlichte das Werk ihn nicht. "Es gab auch das Interesse, einen Reputationsschaden vom Werk abzuwenden", hieß es weiter.

Das internationale katholische Hilfswerk ist 2011 als päpstliche Stiftung neu gegründet worden. Es unterstützt Gläubige weltweit, die verfolgt und unterdrückt werden. Der Niederländer van Straaten hatte es 1947 gegründet und bis zu seinem Tod 2003 geleitet. Der Hauptsitz liegt im hessischen Königstein im Taunus. Ein weiterer Sitz ist in München.

(dpa)

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