Ein Ordner im Sperrgebiet um das Atomkraftwerk Fukushima
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Stadtansicht von Fukushima
Stadtansicht von Fukushima

25.11.2019

Kühlwasser von Fukushima soll in den Pazifik geleitet werden Hoffnung auf kritische Worte von Papst Franziskus

Viele Menschen in Japan erhoffen sich von Franziskus bei dessen Besuch klare Worte gegen die geplante Entsorgung von Kühlwasser aus dem zerstörten Atomkraftwerk Fukushima.

Papst Franziskus ist auf Asienreise und bei seinem Besuch in Japan wird die Hoffnung gehegt, dass er sich in eine aktuelle Debatte einmischt: In Tokio informierte am Donnerstag Japans Außenministerium über die geplante Entsorgung des Kühlwassers aus dem zerstörten Atomkraftwerk Fukushima. Mehr als eine Million Tonnen kontaminiertes Wasser könnte den umstrittenen Plänen zufolge in den Pazifik geleitet werden.

Das Wasser wurde nach der Zerstörung der Atomanlage im Jahr 2011 zur Kühlung der Brennstoffkerne genutzt und in 960 Tanks gesammelt. Die Speicherkapazität der Tanks ist spätestens 2022 erschöpft. Es gebe keine andere Option, als das Wasser im Meer "zu entsorgen und zu verdünnen", sagte Umweltminister Yoshiaki Harada bereits Anfang September. Die Fischer der Präfektur Fukushima kritisierten dies prompt als "leichtsinnig" und "gedankenlos". Vertreter des Außenministeriums betonten, das Gesundheitsrisiko für Menschen durch die Einleitung sei "absolut gering". Die radioaktive Belastung werde unter der natürlichen radioaktiven Strahlenbelastung liegen, denen Menschen im Alltag ausgesetzt seien.

Vorwürfe von Umweltorganisationen

Umweltorganisationen werfen Japans Regierung und Tepco vor, die Gefahren herunterzuspielen. Tepco setzt laut Greenpeace zur Reinigung des kontaminierten Wassers weder die bestmögliche Technologie ein, noch seien Firmen mit ausreichender Erfahrung mit dieser Aufgabe beauftragt worden. Bereits im Januar kritisierte Greenpeace Japan in einer Presseerklärung zudem: "Die Entscheidung, keine Wasseraufbereitungstechnologie zur Entfernung von radioaktivem Tritium zu entwickeln, war auf kurzfristige Kosteneinsparung zurückzuführen." Der Schutz der Umwelt im Pazifik, der Gesundheit und des Lebensunterhalts der Gemeinden entlang der Küste von Fukushima habe keine Rolle gespielt.

Am 1. Oktober stellte Greenpeace in einer Analyse die geplante Wasserentsorgung in einen größeren Zusammenhang der Lage in Fukushima. Seit März 2011 sei es bereits zu enormen Freisetzungen von Radioaktivität in den Pazifik gekommen, schreiben der auf internationales Umweltrecht spezialisierte Anwalt Duncan E. J. Currie und der Nuklearexperte Shaun Burnie. So entspreche die zwischen Mai 2011 und Dezember 2014 freigesetzte Menge an Cäsium-137 jener Menge, die das AKW Gravelines in Nordfrankreich in 500.000 Jahren freisetzen würde.

Kritik und Sorge auf bei Nachbarländern

Weiter warnen die Experten: "Noch bedrohlicher ist es, dass diese Einleitungen nur einen kleinen Teil des radioaktiven Inventars der am Standort verbleibenden Stoffe ausmachen." Das meiste Strontium-90 etwa verbleibe in den geschmolzenen Kernen des Standorts. Das sei viel besorgniserregender als die eine Million Tonnen kontaminiertes Wasser.

Die Pläne zur Entsorgung haben darüber hinaus Kritik und Sorge bei Japans Nachbarländern ausgelöst. "Die Regierungen in Asien haben sich bereits gegen eine vorsätzliche Einleitung des Wassers ins Meer ausgesprochen", betont Greenpeace-Experte Burnie gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Er fügt hinzu: "Greenpeace würde eine Intervention des Heiligen Stuhls begrüßen."

Michael Lenz
(KNA)

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