Papst Franziskus holt die Sonne hervor - in einem Wandgemälde des Graffitikünstlers Maupal
Papst Franziskus holt die Sonne hervor - in einem Wandgemälde des Graffitikünstlers Maupal

08.05.2021

Karikaturen aus Ost- und Westeuropa zur Umwelt- und Klimakrise Der Papst als ungewöhnlicher Kämpfer für die Schöpfung

Unter dem Motto "DU erneuerst das Angesicht der Erde" nimmt das Osteuropahilfswerk Renovabis in seiner Pfingstaktion die ökologischen Herausforderungen in den Blick. Dazu entstand eine Schau mit aktuellen Karikaturen.

Der Typ da, ganz in weißen Klamotten gekleidet, der einen Kühlturm bestiegen hat, ist nicht irgendwer. Kein Geringerer als Papst Franziskus entfaltet hoch oben ein Banner: "Schöpfung bewahren!" steht darauf. Zwei Worte, die seine programmatische Umweltenzyklika "Laudato si" kurz zusammenfassen.

Natürlich klettert der betagte Pontifex im wahren Leben nicht wirklich auf Kraftwerken herum. Doch Karikaturist Thomas Plaßmann stellt auf zugespitzte Weise dar, was die Menschheit außer Corona derzeit umtreibt; oder besser gesagt umtreiben sollte: nämlich die Umwelt- und Klimakrise.

Wanderausstellung zum Thema Schöpfungsverantwortung

Diesem Thema haben sich Karikaturisten aus Ost- und Westeuropa gestellt. Sie folgten damit einem Aufruf des Erzbistums Bamberg anlässlich der Renovabis-Pfingstaktion, deren Eröffnung ursprünglich in der fränkischen Erzdiözese stattfinden sollte. Thema ist in diesem Jahr die christliche Verantwortung für die Schöpfung. Rund 3.000 Beiträge wurden von den Künstlerinnen und Künstlern eingeschickt. Eine Jury wählte am Ende 77 Karikaturen aus 18 Ländern aus, die unter dem Titel "Mit Volldampf in die Katastrophe?" als Wanderausstellung auf die Reise gehen soll.

Ab dem 20. Mai werden die Bilder zuerst - ganz coronakonform - in Schaufenstern der Nürnberger Innenstadt zu sehen sein. Sobald die Pandemie es zulässt und etwa Bildungshäuser wieder öffnen dürfen, können sie auch dort präsentiert werden. Denn die Schau steht zur Ausleihe bereit, gerne auch in osteuropäische Länder, wie es heißt.

Karikaturen spiegeln wirtschaftliche und gesellschaftliche Unterschiede

Um "Lust auf die Ausstellung zu machen", wurde sogar ein Film gedreht: Dominik Schreiner, Redakteur der Bamberger Bistumspressestelle, holte dafür den Initiator der Karikaturenpräsentation, Weltkirche-Referent Michael Kleiner, vor die Kamera: "Die Bilder sollen ein Lächeln hervorrufen und nachdenklich machen", sagt dieser. Auch die Schirmherren der Schau, Erzbischof Ludwig Schick und Renovabis-Hauptgeschäftsführer Pfarrer Christian Hartl, kommen in dem Video zu Wort. Des Weiteren sind einige west- und osteuropäische Karikaturisten in kurzen Spots zu sehen und zu hören.

Die 77 Exponate, die einen Strauß bunter Ideen offerieren, wollen auf ihre Art unterstreichen, wie wichtig die Schöpfung ist und welche Verantwortung der Mensch für die Umwelt trägt. Dabei gelingt es den Künstlerinnen und Künstlern, die Schärfe mancher gegenseitiger Schuldzuweisungen und Urteile gerade in Klima- und Umweltfragen abzumildern. Gleichwohl dürfte einem so manches Lachen im Hals stecken bleiben. Etwa wenn in der Zeichnung der Bulgarin Margarita Yancheva eine junge Qualle im Meer schwimmt, halbdurchsichtigen Plastiktüten begegnet und irritiert ruft: "Mama?"

Es ist ein zusätzliches Verdienst dieser Ausstellung, dass sie die unterschiedlichen wirtschaftlichen Realitäten und gesellschaftlichen Prägungen in Ost und West belegt. Verschiedene Wahrnehmungen und Ausdrucksformen ergeben eine facettenreiche Zusammenstellung. So werden auf bisher unbekannte Weise Schlaglichter auf Umwelt- und Klimaherausforderungen im Osten Europas gelenkt. Viele Wunden sind dort offen: Die anhaltende Strahlenverseuchung in Belarus und der Ukraine durch die Nuklearkatastrophe vor 35 Jahren in Tschernobyl, die hohe Luftverschmutzung in Polens Kohlerevieren oder die Mülldeponien in Albanien.

Marion Krüger-Hundrup
(KNA)

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