Auf der ersten Synodalversmmlung (Archiv)
Junge Menschen bei den Beratungen der Synodalversammlung am 31. Januar 2020

01.02.2020

Vorsitzender des Kölner Diözesankatholikenrats erwartet intensive Debatten "Nicht alleine Antworten von gestern und vorgestern"

Gerade im Erzbistum Köln gebe es unterschiedliche Haltungen zum Synodalen Weg, sagt der Vorsitzende des Diözesanrates der Katholiken. Nun müsse das zur Sprache kommen, was in vielen Gemeinden spürbar sei.

DOMRADIO.DE: Wie erleben Sie den synodalen Weg?

Tim Kurzbach (Vorsitzender des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Köln): Das ist sehr spannend, was hier gerade passiert. Das wird ein Raum voller unterschiedlicher Charismen und einer spannenden und intensiven Diskussion. Sehr, sehr spannend.

DOMRADIO.DE: Kardinal Woelki, der Erzbischof von Köln hat uns erzählt, dass er Sorge hat, dass hier nicht die Lehre der Kirche berücksichtigt wird. Sehen Sie das auch so?

Kurzbach: Das glaube ich, dass das der Erzbischof von Köln so sieht. Ich nehme aber wahr, dass ein Großteil des Klerus und auch der Bischöfe es völlig anders sieht. Hier herrscht eine große Offenheit. Wir haben gerade ganz bewegende Zeugnisse von Priestern gehört, die uns erzählt haben, wie sie ihr priesterliches Leben empfinden und welche Schwierigkeiten es gibt. Fast der ganze Raum trägt die Sorge mit: Welchen Weg geht diese Kirche in Zukunft, gerade was priesterliches Leben angeht, aber auch in der aktuellen Diskussion um die Rolle der Frau. Ich erlebe die meisten Bischöfe da sehr offen und sehr begeistert für neue Ideen und Impulse.

DOMRADIO.DE: Wenn Sie versuchen, ein bisschen nach vorne zu schauen: Der Synodale Weg fängt ja gerade erst an. Worauf dürfen wir uns freuen?

Kurzbach: Ich denke, gerade in Köln, auf sehr intensive Debatten, weil klar wird: Gerade bei uns in Köln scheint es sehr unterschiedliche Haltungen zu geben. Das müssen wir miteinander diskutieren, und da ins Gespräch kommen. Da ist der Synodalen Weg wirklich eine Hoffnung für uns, dass das zur Sprache kommt, was in so vielen Gemeinden doch wirklich gerade spürbar ist. Wenn jetzt die treuesten der Treuen vor der Kirche stehen und sagen "Wir brauchen Reformen, wir wollen mitmachen, wir wollen unseren Glauben leben", dann können wir das nicht alleine mit Antworten von gestern und vorgestern befriedigen. Das gehört auch dazu. Aber wir brauchen einen Weg in die Zukunft, auch für die Kirche von Köln.

DOMRADIO.DE: Viele haben gesagt, es ist auch wichtig, dass das hier ein geistlicher Prozess ist, dass die Verkündigung des Evangeliums, das Hören auf das Wort Gottes, nicht in den Hintergrund gerät. Wie erleben Sie das?

Kurzbach: Ich will das ganz persönlich sagen: Ich bin seit gestern hier, zwei Tage weg von meiner Familie. Auch in meinem Beruf habe ich keine Langeweile. Ich nehme mir die Zeit, weil mir mein Glaube so wichtig ist. Ganz vielen hier geht es sicherlich genauso. Aber auch den vielen Ehrenamtlichen, den Getauften und Gefirmten in den Gemeinden geht es auch so. Sie machen das alles aus dem Glauben heraus. Deswegen kann es doch nicht falsch sein, aus dem Glauben heraus über Erneuerung und Zukunft zu sprechen. Unser Glaube ist Hoffnung. Das möchte ich endlich wieder vertreten können und mir nicht entgegenhalten zu lassen "Das hat doch keinen Sinn mehr und früher war alles besser." Das ist nicht die Lösung im Sinne des Evangeliums, wie ich es empfinde.

Das Interview führte Ingo Brüggenjürgen.

(DR)

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