Reinhard Kardinal Marx (l.) und Thomas Sternberg
Reinhard Kardinal Marx (l.) und Thomas Sternberg
Papst Franziskus
Papst Franziskus
Kardinal Marc Ouellet PSS
Kardinal Marc Ouellet PSS

20.09.2019

Marx und Sternberg antworten auf Papst-Brief "Wir stehen am Anfang des Weges"

Ende Juni hatte Papst Franziskus den deutschen Bischöfen seine Vorbehalte zum "Synodalen Weg" mitgeteilt. Jetzt haben Kardinal Marx und ZdK-Präsident Sternberg in einem gemeinsamen Brief geantwortet und um Unterstützung gebeten.

Nach seinen Gesprächen im Vatikan über die Reformdebatte in Deutschland berichtet Kardinal Reinhard Marx von einem "konstruktiven Dialog", der in die Beratungen der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in der kommenden Woche einfließen werde.

Bei seinem turnusmäßigen Aufenthalt in Rom habe der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz auch Papst Franziskus und den Präfekten der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, getroffen, teilte die Bischofskonferenz am Freitag mit. Dabei sei es "um die Erläuterung der Planungen für den "synodalen Weg" der Kirche in Deutschland" gegangen.

Brief aus dem Vatikan

Vorausgegangen waren mahnende Briefe von Ouellet und Papst Franziskus an die deutschen Bischöfe mit der Aufforderung, bei der Reformdebatte ihre Einbindung in die katholische Weltkirche zu beachten. Kardinal Ouellet hatte dabei sogar das Vorhaben des "synodalen Weges" inhaltlich und kirchenrechtlich in Frage gestellt. Kardinal Marx hatte diese Vorbehalte zurückgewiesen und angekündigt, er wolle bei seinen Gesprächen in Rom Missverständnisse ausräumen.

Darüber hinaus habe Marx dem Papst einen Brief der erweiterten Gemeinsamen Konferenz überreicht, teilte die Bischofskonferenz mit. Die Konferenz aus Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) hatte am vergangenen Wochenende bei einem Vorbereitungstreffen zum "synodalen Weg" einen Brief an Franziskus geschrieben. Darin hatten sie ihm für seinen "Brief an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland" vom 29. Juni gedankt und den Stand der Vorbereitungen in der Reformdebatte skizziert.

Was steht in dem Antwortschreiben?

Kardinal Marx und ZdK-Präsident Thomas Sternberg erklären in ihrem gemeinsamen Brief an Franziskus, den die Deutsche Bischofskonferenz an diesem Freitag veröffentlichte, warum sie die Notwendigkeit für eine Synode sehen. "Wir wollen gemeinsam auf Gottes Wort in unserer Zeit hören, um es glaubwürdig neu bezeugen zu können." Darüber hinaus wolle man die Ursachen des Missbrauchsskandals bekämpfen und das Miteinander als Kirche erneuern.

Der Brief macht deutlich, dass Marx und Sternberg die Notwendigkeit sehen, sich innerhalb des synodalen Prozesses grundlegend mit den Themen zu befassen, die die Kirche aktuell beschäftigen. Man müsse die Lehren aus dem "Missbrauch geistlicher Macht" ziehen, der die Kirche und die Gesellschaft tief erschüttert habe. Die Synode wolle ebenfalls die Voraussetzungen dafür verbessern, dass die Kirche sich selbst evangelisiert, um "glaubwürdig mitten in der Welt von heute für die Frohe Botschaft Zeugnis abzulegen".

Bitte um Unterstützung des Papstes

Marx und Sternberg hätten sich ausführlich mit dem Inhalt des Papst-Briefes von Ende Juni beschäftigt. Man habe überlegt, welche Konsequenzen man daraus ziehen müsse. Deshalb werde man den Weg "vom Primat der Evangelisierung" her angehen. Der "Synodale Weg" solle als "geistlicher Prozess" angegangen werden. Außerdem habe man die "Einheit der ganzen Kirche" und die "Situation vor Ort" im Blick.

Dabei bitten sie den Papst nichtsdestotrotz weiter um Unterstützung für den "Synodalen Weg": "Wir bitten um Ihr Gebet und Ihre Begleitung." Außerdem wünschen sich Marx und Sternberg ein persönliches Gespräch mit Franziskus, um "Nöte und Fragen, aber auch unsere Hoffnungen und Ideen mit Ihnen zu teilen."

Vier große Themen bei Synode geplant

Die Synode wird sich demnach "in der Perspektive der Evangelisierung" mit vier Themenbereichen befassen: "Macht- und Gewaltenteilung in der Kirche - Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag", "Priesterliche Existenz heute", "Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche" und "Leben in gelingenden Beziehungen - Liebe in Sexualität und Partnerschaft", so der Brief.

Marx versuchte auch Kardinal Ouellet zu überzeugen

Das Schreiben an den Papst war nur ein Teil der Überzeugungsarbeit für den "Synodalen Weg", den Marx kurz vor der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe in der kommenden Woche in Fulda leistete.

Papst Franziskus hatte sich Ende Juni mit einem persönlichen Brief an die deutschen Katholiken in die Reformdebatte eingeschaltet. Darin lobte er sie für ihr Engagement und ermunterte zu Reformen. Zugleich mahnte er, die Evangelisierung und die Freude am Glauben ins Zentrum der Bemühungen zu stellen. Es dürfe nicht um eine Anpassung an den Zeitgeist und rein strukturelle Fragen gehen.

(DR, KNA, DBK)

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