26.04.2016

domradio.de-Chefredakteur zur Resonanz auf Bischofswort zur Religionsfreiheit Durchdringende Kirche

Mit seinem Bischofswort hat der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki einen Nerv getroffen. Viele User haben sich über die klare Haltung zur AfD gefreut, andere haben ihrer Wut freien Lauf gelassen.

domradio.de: Jeder kann das Video anschauen, welche Absicht hat der Kardinal denn damit verfolgt?

Ingo Brüggenjürgen (domradio.de-Chefredakteur): Es war die Absicht des Kardinals, ein paar Dinge deutlich und klar zu machen. Er hat die letzten Äußerungen der AfD-Parteispitze als Aufhänger genutzt, die sehr deutlich gemacht haben, dass sie den Islam insgesamt als Religion für nicht mit dem Grundgesetz vereinbar halten. Das ist natürlich zu erkennen, in welcher Absicht die AfD das wenige Tage vor ihrem Parteitag lanciert. Der Kardinal hat dann sehr deutlich gesagt, jetzt lassen wir mal die Kirche im Dorf. Es ist dringend erforderlich daran zu erinnern, dass wir hier ein Grundgesetz haben und dass jedermann seinen Glauben und seine Religion frei ausüben kann. Insofern lassen wir uns als Christen, als Moslems oder als Juden nicht auseinander dividieren.

domradio.de: Wie waren denn die Reaktionen auf diesen Appell zur Stärkung der Religionsfreiheit in der Medienwelt?

Brüggenjürgen: Es waren beachtliche Reaktionen. Das Bischofswort wird öfters sehr stark nachgefragt. Daran merkt man, dass der Kardinal etwas zu sagen hat und durchkommt in der Gesellschaft. Gerade letzten Sonntag ist das Bischofswort sehr sehr stark nachgehört worden. Wir haben zunächst Agenturmeldungen gehabt, es ging rund im Blätterwald und in den Fernsehnachrichtensendungen. Auch ganz erstaunlich für uns, dass gerade in den digitalen Welten wir mit diesem Beitrag in ganz neue Dimensionen vorgestoßen sind. Dieses Bischofswort wurde bis dato ungefähr 250.000 Mal angeschaut, wenn man die Seite des Bistums und von domradio.de zusammenzählt.

domradio.de: Wie bewertest Du die Reaktionen im Netz - die vielen Kommentare und die heißen Diskussionen?

Brüggenjürgen: Zunächst muss man sagen, dass die meisten der Reaktionen sehr, sehr positiv waren. Nach dem Motto: Endlich sage das mal ein Bischof ganz klar. Es wurde dankbar registriert, dass der Kölner Kardinal sich hier nicht geduckt hat. Wir wissen ja, dass es nicht so einfach ist, wenn man heutzutage gerade Sachen sagt, die vielleicht nicht ganz so populär sind. Im Grunde also sehr viel Zuspruch für den Kardinal, auch für die klare Position der Kirche. Mittlerweile haben über 3800 Leute dieses Video geteilt. Das hat wirklich Kettenreaktionen ausgelöst. Bei diesen Größenordnungen ist es ganz selbstverständlich, dass es auch Kommentare gibt, die nicht ohne sind, der alleruntersten Schublade, die sich dann sehr kritisch mit dem Kardinal auseinandergesetzt haben. Eigentlich braucht man sie nicht zitieren, aber nur damit man mal weiß, in welcher Schubladen wir uns bewegen, ein Beispiel: "Dieser Scheißpfaffe verrät seine eigene christliche Glaubenskultur, die ganzen Pfaffen sind alles Wendehälse". So und noch viel schlimmer, das gibt es dann auch im Netz.

domradio.de: Was lernen wir denn aus dieser erfolgreichen Mediengeschichte des Kardinals?

Brüggenjürgen: Wir lernen daraus, dass Kirche heutzutage, wenn sie etwas zu sagen hat, auch damit durchdringen kann. Seitdem der Kardinal aus Berlin hier in Köln ist, öffnet er sich immer wieder. Er möchte den Glauben weit in die Gesellschaft hineintragen, nicht nur hinter die Klostermauern und in den Kirchen. Dafür nutzt er alle Möglichkeiten der Medien, das können wir von ihm alle lernen, dass wir als Christen, wenn wir eine Position haben, dass wir sie frank und frei erzählen sollen und damit auch entsprechende Reaktionen auslösen können.

Das Interview führte Uta Vorbrodt.

(dr)

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