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Papst Franziskus

15.05.2020

Papst erinnert an Binnenvertriebene Vergessen verboten

Der Papst hat in seiner bereits an diesem Freitag veröffentlichten Botschaft zum diesjährigen Welt-Migrationstag im September an die prekäre Lage der Binnenvertriebenen weltweit erinnert. Es handele sich um ein "unsichtbares Drama", so Franziskus.

Dieses habe sich durch die Corona-Pandemie nochmals verschärft, schreibt Franziskus in dem am Freitag veröffentlichten Text zum diesjährigen Welt-Migrationstag am 27. September. Viele internationale Rettungsinitiativen seien angesichts der Viruskrise "auf den letzten Platz der nationalen politischen Tagesordnungen" gerückt.

Kardinal Michael Czerny stellte das neue Schreiben mit dem Titel "Wie Jesus Christus, zur Flucht gezwungen" in einer Online-Pressekonferenz vor. Binnenvertriebene seien lediglich "Bürger auf dem Papier", kritisierte der Migrationsexperte des Vatikan. In Wahrheit gehe es um "Entwurzelte", die selbst von ihren Landsleuten nicht akzeptiert würden.

Laut aktuellen Schätzungen sind mindestens 50 Millionen Menschen im eigenen Land auf der Flucht vor Konflikten, Gewalt oder Menschenrechtsverletzungen. Weil sie nicht unter die völkerrechtlichen Vereinbarungen zum Flüchtlingsschutz fallen, ist ihre Lage meist besonders schwierig.

Appell an internationale Gemeinschaft

Der Papst appellierte an die internationale Gemeinschaft, solche Nöte trotz der Pandemie nicht zu vergessen. "Die Vertriebenen bieten uns die Gelegenheit zur Begegnung mit dem Herrn", so das Kirchenoberhaupt. Jeder sei aufgerufen, in den Gesichtern der Notleidenden "das Antlitz des hungrigen, durstigen, nackten, kranken, fremden und gefangenen Christus zu erkennen". Die Kirche müsse auf diese pastorale Herausforderung mit "sehr konkreten Handlungen" reagieren.

Zunächst müsse man das Schicksal der Betroffenen kennen, um es zu verstehen. "Wenn man über Migranten und Flüchtlinge spricht, bleibt man allzu oft bei den Zahlen stehen. Aber es geht nicht um Zahlen, es geht um Menschen", betonte Franziskus. Ängste und Vorurteile führten leider vielfach zu Distanz und verhinderten eine "Nähe, die es ermöglicht, anderen zu dienen". "Liebe, die versöhnt und rettet, beginnt mit dem Zuhören", so der Papst. In der heutigen Welt aber drohe das Zuhören verlorenzugehen.

In der Phase des Corona-Lockdown habe in den Straßen wochenlang Stille geherrscht. Es sei eine "dramatische und beunruhigende Stille" gewesen, die aber die Möglichkeit geboten habe, "die Schreie der Schwächsten, der Vertriebenen und unseres schwer kranken Planeten zu hören". Wer zuhöre, werde erkennen, dass man teilen müsse, um gemeinsam zu wachsen. Niemand dürfe außen vor gelassen werden, mahnte Franziskus: "Die Pandemie hat uns daran erinnert, dass wir alle im selben Boot sitzen."

Neue pastorale Vatikan-Leitlinien

Die Lösung der globalen Probleme sei nur durch Zusammenarbeit möglich, heißt es in der Papstbotschaft weiter. Dabei müssten auch jene einbezogen werden, die "oft unterbewertet" seien. Nur so könne man Hilfsbedürftige nachhaltig fördern und zu "Protagonisten ihrer Erlösung" machen.

Der Papst verwies auf die Anfang Mai vorgestellten neuen pastoralen Vatikan-Leitlinien zum Umgang mit Binnenvertriebenen. Darin ist unter anderem zu lesen, die katholische Kirche dürfe sich nicht nur auf Seelsorge für die Betroffenen und deren Gemeinden beschränken. Sie müsse sich auch für Aussöhnung und nachhaltige Entwicklung in den Krisenregionen starkmachen.

Der "Welttag des Migranten und Flüchtlings" wurde 1914 von Papst Benedikt XV. (1914-1922) eingeführt. 2020 findet er laut Vatikanangaben zum 106. Mal statt. Termin ist der letzte Sonntag im September. Mit der Aktion will die katholische Kirche einerseits auf die größeren Ursachen für Flucht und Migration aufmerksam machen - andererseits aber auch auf die Lage Einheimischer am Rande der Gesellschaft.

Alexander Pitz
(KNA)

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