Papst Franziskus während der Generalaudienz auf dem Petersplatz
Papst Franziskus während der Generalaudienz auf dem Petersplatz
Papst Franziskus bei Generalaudienz
Papst Franziskus bei Generalaudienz

13.11.2019

Generalaudienz mit Papst Franziskus in Rom "Juden dürfen nicht verfolgt werden"

Drei Anliegen, eine Generalaudienz: Papst Franziskus hat am Mittwoch vor einem neu aufkommenden Antisemitismus gewarnt. Außerdem erinnerte er an die Rolle von Familien in der Geschichte der Kirche und betete für ein Ende der Gewalt in Burkina Faso.

Papst Franziskus hat einen neu aufkommenden Antisemitismus entschieden verurteilt. Nach den unzähligen Brutalitäten gegen Juden im vergangenen Jahrhundert habe man geglaubt, dass solche Dinge nicht mehr vorkämen.

Jetzt beginne "die Gewohnheit, Juden zu verfolgen", an verschiedenen Orten wiederzuerstehen, sagte der Papst in seiner wöchentlichen Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz. Das sei "weder menschlich noch christlich". Franziskus sagte wörtlich: "Die Juden sind unsere Brüder und dürfen nicht verfolgt werden."

Papst erinnert an Rolle von Familien in der Kirchengeschichte

Außerdem erinnerte der Papst an die Rolle von Laien und Familien für das Wachsen der Kirche seit der Frühzeit. Dank ihres Glaubens und ihres missionarischen Engagements sei das Christentum über die Jahrhunderte gelangt, sagte Franziskus. "Um sich lebendig zu entfalten, war auch der Einsatz dieser Familien, dieser Eheleute, dieser christlichen Gemeinden, der gläubigen Laien notwendig, die den 'Nährboden' für das Wachsen des Glaubens geliefert haben", zitierte er seinen Vorgänger Benedikt XVI.

Franziskus verwies auf das im Neuen Testament erwähnte Ehepaar Aquila und Priscilla in Korinth. Diese begründeten eine "Hauskirche", einen "Ort des Gebets und der Eucharistiefeier", so der Papst.

Papst ruft zu Ende der Gewalt in Burkina Faso auf

Vor dem Hintergrund wiederholter Anschläge in Burkina Faso hat Franziskus zum Schutz von Menschenleben aufgerufen. Bei der Generalaudienz appellierte er an Politiker und Religionsführer, den Dialog und die Einheit in dem westafrikanischen Staat zu stärken. Zugleich gedachte er der Toten und Verletzten sowie der Vertriebenen und aller, "die unter diesen Dramen leiden".

Vor einer Woche waren mindestens 37 Personen getötet und rund 60 verletzt worden, als ein Bus-Konvoi mit Mitarbeitern der kanadischen Goldmine Boungou im Osten des Landes in einen Hinterhalt geriet. Laut Medienberichten war es der dritte Angriff auf das Unternehmen innerhalb von 15 Monaten. Seit 2015 verüben islamistische Milizen in Burkina Faso und in den Nachbarstaaten Mali und Niger regelmäßig Anschläge. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sind fast eine halbe Million Menschen vor der Gewalt geflohen.

(KNA)

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