Papst verteidigt Würde aller Lebewesen

"Die Welt in ihrer Gemeinschaft mit Gott begreifen"

Der Papst als Autor: Franziskus hat in einem Buchbeitrag die Würde aller Lebewesen und Dinge hervorgehoben. Seine "große Hoffnung" für die gegenwärtige Zeit sei die Entwicklung einer universalen Brüderlichkeit und "humanen Ökologie".

Wenn sich Mensch und Tier verstehen / © Annette Shaff (shutterstock)
Wenn sich Mensch und Tier verstehen / © Annette Shaff ( shutterstock )

Die Schöpfung sei "nicht bloß Natur und Umwelt". Wenn nach biblischer Lehre Gott die Welt erschaffen habe, gebe es "nichts so Kleines oder Armseliges, das nicht in sich diesen Ursprung trüge", schrieb der Papst in einem Aufsatz, aus dem die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" (Donnerstag) Auszüge veröffentlichte.

Weiter unterstrich Franziskus die besondere Verantwortung des Menschen, nach christlicher Überzeugung Träger des Geistes Gottes.

Die Welt in ihrer Gemeinschaft mit Gott begreifen

Aufgabe des Menschen sei es, "in freier und schöpferischer Weise die Offenbarung dieses Geschenks zu entschlüsseln" und "die Welt in ihrer Gemeinschaft mit Gott zu begreifen". Das Unvermögen, die Präsenz Gottes in den Dingen zu entziffern, nannte der Papst eine Ursache von "Versuchung und Fall".

Seine "große Hoffnung" für die gegenwärtige Zeit sei die Entwicklung einer universalen Brüderlichkeit und "humanen Ökologie", bekannte der Papst. In einer neuen Sicht der Schöpfung liege ein "Weg der Heilung vom Zwang zu Besitz, Macht, Missbrauch hin zu Teilhabe, Zusammenarbeit und Respekt".

Der vollständige Beitrag erscheint als Schlusskapitel eines Sammelbands mit Predigten und Texten des Papstes zu Schöpfung und Menschenwürde. Das Buch "Nostra Madre Terra. Una letteratura cristiana della sfida dell'ambiente" ("Unsere Mutter Erde. Ein christlicher Blick auf die ökologische Herausforderung") aus dem Verlag der Vatikanischen Buchhandlung kommt am 24. Oktober auf den italienischen Markt.


Papst Franziskus streichelt einen Tiger / © L'osservatore Romano / Handout (dpa)
Papst Franziskus streichelt einen Tiger / © L'osservatore Romano / Handout ( dpa )
Quelle:
KNA