Blick auf eine Gefängniszelle
Blick auf eine Gefängniszelle
Papst Franziskus
Papst Franziskus

15.09.2019

Papst kritisiert Haftbedingungen in Italien "Das Gefängnis ist nicht die Lösung"

Ein Gefängnis sei mehr ein Problem als ein Lösung, sagt Papst Franziskus. Bei einer Ansprache auf dem Petersplatz ermutigte er Justizbeamte, Gefängnisseelsorger und Sträflinge gleichermaßen.

Papst Franziskus hat mehr Anstrengungen für die Resozialisierung von Gefangenen sowie Maßnahmen gegen die Überfüllung italienischer Haftanstalten gefordert. "Es müssen würdige Lebensbedingungen geschaffen werden, sonst werden die Gefängnisse zu Pulverfässern der Wut anstatt zu Orten der Wiedereingliederung", so das Kirchenoberhaupt am Samstag auf dem Petersplatz bei einer Ansprache vor rund 11.000 Mitarbeitern des italienischen Justizvollzugs.

Ihnen dankte Franziskus für ihre "verborgene, oft schwierige und wenig befriedigende, aber notwendige Arbeit". Diese bestehe nicht allein darin, "Gefangene zu bewachen, sondern auch Schwache zu unterstützen". Er wisse um die Schwierigkeiten in den Haftanstalten, so der Papst. "Aber vergesst bitte nicht das Gute, das ihr jeden Tag bewirken könnt: Euer Verhalten, eure Einstellungen, eure Blicke sind kostbar." Gleichzeitig hätten die Justizbeamten die Chance, zu Brückenbauern zwischen dem Gefängnis und der Zivilgesellschaft zu werden.

Franziskus ermutigt Seelsorger und Gefangene

Die Gefängnisseelsorger ermutigte der Papst, ihren Dienst in oft schwierigsten Situationen weiter zu versehen. Oft stünden ihnen nicht mehr zu Verfügung als "ein Lächeln und ein hörendes Herz". Die Inhaftierten schließlich rief Franziskus auf, sich nicht entmutigen zu lassen. In Gottes Augen seien auch sie wertvolle Menschen, daher sollten sie sich nicht der Verzweiflung hingeben.

Auch eine gerechte Strafe darf nach Aussage des Papstes nicht das Recht auf Hoffnung kompromittieren. "Das Gefängnis ist nicht die Lösung der Probleme, sondern selbst ein Problem, das gelöst werden muss", so Franziskus. Wenn es in der Gefängniszelle keine Hoffnung mehr gebe, gebe es auch keine Hoffnung für die Gesellschaft.

(KNA)

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