Papst Franziskus predigt christliches Handeln

Jesus vermehrte kein Brot, er teilte es

Papst Franziskus hat Christen dazu aufgefordert, sich von Wut und negativer Stimmung nicht herunterziehen zu lassen. Zudem mahnte er im Fronleichnamsgottesdienst, mit anderen zu teilen und nahm Bezug auf die sogenannte Brotvermehrung.

Papst Franziskus während der Fronleichnamsmesse  / © Evandro Inetti (dpa)
Papst Franziskus während der Fronleichnamsmesse / © Evandro Inetti ( dpa )

Es gehe nicht darum, viel für sich selber anzuhäufen, sagte Franziskus auf dem Platz vor der Kirche "Santa Maria Consolatrice" (Maria Trösterin) im römischen Stadtteil Casal Bertone.In der Erzählung von der sogenannten Brotvermehrung, die am Fronleichnamsfest gelesen wird, komme das Wort "vermehren" gar nicht vor, so Franziskus auf dem Platz vor der Kirche "Santa Maria Consolatrice" (Maria Trösterin). Jesus habe aus fünf Broten nicht 5.000 gemacht; im Bibeltext gehe es allein um die Worte "brechen, geben, austeilen".

Dagegen werde überall sonst nach Vermehrung des Gewinns und nach Umsatzsteigerung gesucht. "Aber zu welchem Zweck? Zum Geben oder zum Haben? Zum Teilen oder zum Anhäufen?", fragte das Kirchenoberhaupt. Die "'Ökonomie' des Evangeliums" hingegen vermehre durch Teilen; "sie befriedigt nicht die Gefräßigkeit der Wenigen, sondern sie gibt der Welt Leben".

Gegen Arroganz und Bitterkeit

Weiter forderte der Papst die Christen auf, einander zu segnen, statt einander zu beschimpfen - was im Grunde bedeute, gut übereinander zu reden und Mut zuzusprechen. Leider scheine oft derjenige Zustimmung zu erhalten, "der mehr und stärker schreit, der wütender ist". Dennoch solle man sich nicht von Arroganz anstecken und von Bitterkeit einnehmen lassen, bat Franziskus die Menschen.

Bezugnehmend auf anhaltende Klagen der Römer über ihre Stadt sprach das Kirchenoberhaupt von "Verfall und Vernachlässigung", unter denen Rom leide. Angesichts einsamer alter Menschen, Familien in Schwierigkeiten und junger Menschen, die keine Arbeit finden, forderte der Papst dazu auf, ebenfalls zu teilen. Auch wenn der Einzelne oft nur wenig habe, könne das Wenige durch Teilen viel bewirken.

Segen auf dem Sportgelände

Nach der Messe führte die Fronleichnamsprozession zwischen mehrgeschossigen Wohnhäusern von der Betonkirche zu einer nahe gelegenen Sportanlage. Franziskus selbst ging die Prozession nicht zu Fuß mit; sein Vikar für das Bistum Rom, Kardinal Angelo De Donatis, trug die Monstranz durch die Straßen des Stadtviertels und Eisenbahnunterführungen. Den abschießenden Segen auf dem Sportgelände spendete der Papst.

Casal Bertone, erbaut für im Zweiten Weltkrieg ausgebombte Einwohner Roms, liegt wie eine Insel zwischen Verkehrsknotenpunkten sowie Bahngleisen und Schnellstraßen. Im vergangenen Jahr fand die Fronleichnamsfeier mit dem Papst erstmals nicht an der Lateranbasilika, sondern in der römischen Hafenstadt Ostia statt.


Quelle:
KNA