Papst Franziskus im Mutter-Teresa-Haus
Papst Franziskus im Mutter-Teresa-Haus
Papst Franziskus im Flugzeug
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Papst Franziskus (2.v.r) betet vor einer Statue von Mutter Teresa an ihrem Denkmal.
Papst Franziskus (2.v.r) betet vor einer Statue von Mutter Teresa an ihrem Denkmal.
Papst Franziskus wird von Djordje Ivanov, Präsident von Nordmazedonien, nach der Landung auf dem Flughafen von Skopje mit militärischen Ehren begrüßt
Papst Franziskus wird von Djordje Ivanov, Präsident von Nordmazedonien, nach der Landung auf dem Flughafen von Skopje mit militärischen Ehren begrüßt

07.05.2019

Papst setzt Balkanreise in Nordmazedonien fort Zeichen setzen als Brückenbauer

​Papst Franziskus setzt seine Balkanreise am Dienstag mit einer eintägigen Visite in Nordmazedonien fort. Nach einem Besuch des Mutter-Teresa-Gedenkhauses und einer Rede vor Politikern und Diplomaten feierte der Papst eine große Messe in Skopje.

Zum Höhepunkt seines eintägigen Besuchs in Nordmazedonien hat Papst Franziskus am Dienstag eine Messe im Zentrum der Hauptstadt Skopje gefeiert. An dem Gottesdienst auf dem Mazedonienplatz am Vardar-Ufer nahmen mehrere Tausend Menschen teil, Beobachtern zufolge auch viele Orthodoxe und Muslime.

Ganz Nordmazedonien zählt nach Vatikanangaben nur etwa 15.000 Katholiken, weniger als ein Prozent der Bevölkerung. Die Mehrheit ist orthodox, etwa ein Drittel sind Muslime.

Papst: "Mitgefühl mit anderen teilen"

In seiner Predigt lud Franziskus ein, aufzubrechen und Mitgefühl mit anderen zu teilen. Viele Menschen hätten "Hunger nach Brot, Hunger nach Brüderlichkeit, Hunger nach Gott". Zugleich warnte er davor, andere zu etikettieren und schnelle und sichere Antworten zu suchen.

"Wir haben uns daran gewöhnt, das harte Brot der Desinformation zu essen", so der Papst. Viele seien durch Konformismus gleichgültig und durch Träume von Pracht und Größe einsam geworden oder hätten über dem Streben nach Vernetzung "den Geschmack an der Brüderlichkeit verloren".

Besuch im Mutter-Teresa-Gedenkhaus

Zuvor hatte Papst Franziskus am Mutter-Teresa-Gedenkhaus in Skopje den Grundstein für eine Gedächtniskirche der 2016 heiliggesprochenen Ordensgründerin gesegnet. In einem Gebet bat der Papst um "die Gnade, dass auch wir Zeichen der Liebe und der Hoffnung in unserer Zeit seien, die so viele Notleidende, Verlassene, Ausgegrenzte und Ausgewanderte kennt".

Für Christen gelte es, "wachsam und aufmerksam für den Schrei der Armen zu sein, derer, die ihrer Rechte beraubt sind, der Kranken, der Ausgegrenzten, der Geringsten". Den Armen das Evangelium und den Gefangenen Befreiung zu verkünden, sei für die Kirche eine Pflicht, so Franziskus. Neben Mutter-Teresa-Schwestern und rund 100 von ihnen betreuten Armen waren bei dem Besuch auch Verwandte der Heiligen und Vertreter verschiedener Religionen zugegen.

Das Gedenkhaus, das europäische und indische Stilelemente vereint, steht an der Stelle der durch ein Erdbeben 1963 zerstörten Taufkirche Mutter Teresas. Die unter dem Namen Anjezë Gonxhe Bojaxhiu (1910-2017) geborene Ordensfrau ist die berühmteste Tochter der Stadt Skopje. 1979 wurde sie für ihren Einsatz für Arme und Sterbende in der indischen Metropole Kalkutta mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Nordmazedoniens Präsident und Papst werben für EU-Integration

Zu Beginn seines Besuches war Papst Franziskus in Nordmazedonien offiziell willkommen geheißen worden. Am Dienstagmorgen kam das Kirchenoberhaupt im Präsidentenpalast mit dem scheidenden Staatspräsident Gjorge Ivanov und Regierungschef Zoran Zaev (Sozialdemokratische Liga Mazedoniens) zu privaten Unterredungen zusammen. Anschließend hielt Franziskus eine Rede vor Politikern und Diplomaten. Es ist der erste Besuch eines katholischen Kirchenoberhaupts in der seit 1991 unabhängigen Republik.

Ivanov verband seine Begrüßungsansprache mit einem eindringlichen Appell an seine Landsleute zur nationalen Erneuerung in Vergebung, Versöhnung und Einheit, "bevor es zu spät ist". Am 12. Mai endet Ivanovs zweite und letzte Amtszeit. Sein am Sonntag in einer Stichwahl nominierter Nachfolger Stevo Pendarovski nahm ebenfalls an dem Empfang teil. Er steht für eine prowestliche Politik.

Ivanov sagte, der Papstbesuch falle in eine Zeit tiefer gesellschaftlicher Spaltung. Das Land sei "schwer verwundet von nicht gehaltenen Versprechen, unerfüllten Erwartungen und schwachem Vertrauen in die internationale Gemeinschaft". Die Hürden auf dem Weg zur EU, bei der sich Nordmazedonien seit 2005 als offizieller Beitrittskandidat um Aufnahme bewirbt, habe zu einer politischen und moralischen Krise und zu einer "Erosion der Werte" geführt. Kreuz und Halbmond würden als Symbole für "Grenzen und Festungen" missbraucht, warnte der Präsident.

Franziskus würdigt Einsatz in Flüchtlingskrise

Papst Franziskus hob das friedliche Zusammenleben von Ethnien und Religionen in der Region als bedeutend für die Integration in Europa hervor. Er hoffe, dass sich die Integration positiv für die ganze Region des westlichen Balkans entwickle. Zugleich müsse dieser Prozess im Respekt vor Diversität und den Menschenrechten geschehen.

Weiter würdigte der Papst den "großzügigen Einsatz" Nordmazedoniens in der Flüchtlingskrise. Der Bevölkerung, die selber Entbehrungen kenne, gereiche es zur Ehre, dass sie in der Solidarität und im Teilen den Weg jeder wirklichen Entwicklung sehe, sagte Franziskus. Diese Haltung solle sich im ehrenamtlichen Engagement gegen die "vielen Formen der Not" fortsetzen.

Während der Flüchtlingskrise 2015/2016 war Nordmazedonien mit seiner Lage auf der sogenannten Westbalkanroute Durchgangsregion für rund zwei Millionen Flüchtlinge und Migranten. Im Land selbst herrscht hohe Arbeitslosigkeit. Schätzungen zufolge sind 50 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne feste Beschäftigung. Viele leben vom informellen Sektor.

Begegnung mit Jugendlichen und Priestern

Am Nachmittag ist eine ökumenische und interreligiöse Jugendbegegnung im katholischen Pastoralzentrum von Skopje geplant.

Danach trifft der Papst in der benachbarten Bischofskirche mit Priestern, deren Angehörigen und Ordensleuten zusammen. Abends kehrt Franziskus nach Rom zurück.

(KNA)

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