Migranten an der US-Grenze in Tijuana
Migranten an der US-Grenze in Tijuana
Papst Franziskus spricht mit dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump (Archiv)
ARCHIV - Papst Franziskus spricht mit dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump

01.04.2019

Papst Franziskus mahnt mehr Mitgefühl für Flüchtlinge an "Wer eine Mauer baut, wird deren Gefangener"

Papst Franziskus hat die Pläne von US-Präsident Donald Trump zur Errichtung einer südlichen Grenzmauer kritisiert. In dem TV-Interview mit einem spanischen Sender hat Franziskus ebenso die Europäer zu mehr Hilfe für Flüchtlinge aufgefordert.

"Wer eine Mauer baut, wird zu einem Gefangenen der von ihm errichteten Mauer. Das ist ein universelles Gesetz", sagte er in einem vorab aufgezeichneten Interview des Journalisten Jordi Evole, das am Sonntagabend vom spanischen Fernsehsender La Sexta ausgestrahlt und in der katalanischen Zeitung La Vanguardia (Online-Ausgabe) wiedergegeben wurde. 

Migranten nicht sich selbst überlassen

Der Papst erneuerte seine Forderung an die Europäische Union, Migranten gut zu empfangen, zu begleiten, zu fördern und zu integrieren. "Es ist schrecklich, sie nur zu empfangen und auf der Straße zu lassen, es ist ein großer Mangel an Respekt." Dass viele Zuwanderer vor Armut in ihren Ländern fliehen, sei auch eine Folge des Kapitalismus. "Es gibt immer weniger reiche Leute mit viel Geld, und es gibt immer mehr arme Leute mit sehr wenig Geld." Die Finanzwelt funktioniere nicht, was auch zu Kriegen führen könne, so das Kirchenoberhaupt. "Ich behaupte, dass wir uns bereits in einem dritten Weltkrieg befinden, in Teilen."

Die Tatsache, dass in den letzten Jahren mehr als 35.000 Migranten im Mittelmeer gestorben sind, bereite seinem "Herzen viel Schmerz", sagte der Sohn eines italienischen Emigranten, der per Boot nach Argentinien gelangte. Er habe kein Verständnis für "die Ungerechtigkeit desjenigen, der die Tür schließt", so Franziskus.

Missbrauch in der Kirche: "Das braucht Zeit"

Zum Thema Kindesmissbrauch sagte der Papst, "natürlich" müsse man Geistliche in solchen Verdachtsfällen bei der Polizei anzeigen. Dies sei ein Ergebnis des weltweiten Kinderschutzgipfels, den Franziskus im Februar im Vatikan einberufen hatte. Der Gipfel habe "Prozesse in Gang setzen" sollen. "Und das braucht Zeit", sagte Franziskus mit Blick auf Kritik an den Ergebnissen des Treffens. "Jedenfalls verstehe ich die Leute, die unzufrieden sind, denn wenn es um Schmerz geht, muss man den Mund halten, beten, trauern, begleiten, Punkt. Das Einleiten von Prozessen ist jedoch der Weg, um die Heilung unumkehrbar zu machen."

Mit Blick auf die Förderung von Frauen in der Kirche betonte Franziskus, es reiche nicht, ihnen zuzuhören und ihnen Funktionen zu geben. "Was wir noch nicht erreicht haben, ist die Erkenntnis, dass die Zahl der Frauen über die Funktionalität hinausgeht", so der Papst. "Die Kirche kann ohne die Frau keine Kirche sein, denn die Kirche ist Frau, sie ist weiblich."

Ja zum ungeborenem Leben

Deutlich bekräftigte er sein Nein zur Abtreibung. Diese sei auch dann nicht richtig, wenn eine Frau vergewaltigt oder Opfer von Menschenhandel geworden sei. "Ich würde sie in ihrer Verzweiflung verstehen, aber ich weiß auch, dass es nicht richtig ist, ein menschliches Leben zu beseitigen, um ein Problem zu lösen", so Franziskus.

Nach Korruption gefragt, sagte der Papst, es gebe "Scheinheilige" im Vatikan wie überall. Auch in der Kirchenzentrale arbeiteten sündige Menschen. "Man muss saubermachen. Die Aufgabe ist putzen, putzen, putzen", so der Papst.

Der Journalist und Regisseur Evole ist einer der bekanntesten Medienmacher in Katalonien. Sein letztes international beachtetes Interview führte er Anfang Februar mit Venezuelas sozialistischem Machthaber Nicolas Maduro. Es wurde in einigen Medien als Propagandageschenk an den mit Militärgewalt regierenden Präsidenten kritisiert.

(KNA)

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